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Humboldt-Universität zu Berlin - bologna.lab - Neue Lehre. Neues Lernen

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Wahrgewordene Utopie: Eine interdisziplinäre Vorlesungsreihe zum Thema »Utopie – Dystopie – Syntopie«

Abb.:Holzschnitt von A. Holbein

Wie stehen Weltbilder zur Wirklichkeit? Welche Gesellschafts- und Weltentwürfe entfalten Wirkungsmacht? Wie eine mögliche Antwort auf diese Fragen aussehen kann, wurde in der Vorlesungsreihe »Utopie – Dystopie – Syntopie« von Alexandra von Stosch Woche für Woche aufs Neue gezeigt. Hier trafen interessierte Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen auf Experten und Expertinnen verschiedener Disziplinen. Sie alle beschäftigten sich mit der Frage, welche Utopien – oder Dystopien und Syntopien – in ihren jeweiligen Tätigkeitsbereichen einfließen und wie Wirkungsweisen von Gesellschafts- und Weltentwürfen ausgelotet werden. Wer entwirft sie, setzt sie um und deutet sie? Die Studierenden wurden eingeladen sich selbst auf diese spannenden Fragen einzulassen und gemeinsam neue Denkwege einzuschlagen.

                                                                                              

 

Wie schaut zum Beispiel ein Chemiker auf diese Fragen im Gegensatz zu einer Künstlerin? Die Betrachtung eines konkreten Gegenstandes – der Utopie bzw. Dystopie und Syntopie – zog sich als roter Faden durch die Vorträge der Gastrednerinnen und Gastredner und ermöglichte den Studierenden über Disziplingrenzen hinweg ein Thema von verschiedenen Seiten kritisch zu beleuchten. So diskutierten sie mit dem Essayisten Maximilian Probst über Verbindlichkeit und die Utopie, Optionen verstreichen zu lassen. Von dem Zukunftsforscher Eckard Minx wurden sie ermutigt, mit (Expert_innen-) Wissen zu brechen und anders denken zu lernen. Die Künstlerin Bettina WitteVeen bot einen visuellen Zugang zu ihrer Vorstellung von einem utopischen Leben. Es wurde über Nachhaltigkeit und CO² Prognosen, Wohnutopien, der Unvoraussagbarkeit des Menschen, der Schnittstelle zwischen Chemie und Kunst und vieles Weiteres diskutiert. Die Physikerin Eva Ruhnau sprach über die Utopien der Zeitreisen, Paralleluniversen und des Beamens, die längst ihren Weg aus der Science Fiction in Forschungslabore gefunden haben, sowie über die Dystopie eines Gravitationskollaps und dem Ende der Zeit. Mit der Syntopie - der Verschränkung von Teilchen, in der Raum und Zeit irrelevant werden – lernten die Studierenden einen Begriff kennen, der ein physikalisches Phänomen ganz nach dem Motto von »Vielfalt der Wissensformen« beschreibt: Die Verbindung von Dingen, die vorher nicht zusammen gedacht wurden.