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Humboldt-Universität zu Berlin - bologna.lab - Neue Lehre. Neues Lernen

Werkstattbericht: Über Interdisziplinarität, Wissenschaft und Kunst

 

Zwei Tage lang diskutierten Wissenschaftler_innen aus verschiedenen Disziplinen, Künstler_innen und interessierte Lai_innen bei der Werkstatt (Ver)Suchen, (Er)Proben. Wissensobjekte und Forschungsmethoden zwischen Wissenschaft und Kunst über Fragen, die sich aus der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Kunst bzw. aus der Engführung von wissenschaftlichem und künstlerischem Wissen ergeben. Zentral waren dabei die Begriffe Interdisziplinarität,  Transdisziplinarität und künstlerische Forschung. Die Werkstatt, die am 27. und 28. Februar 2014 im Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik stattfand, wurde von »Vielfalt der Wissensformen« und dem transdisziplinären Forschungslabor »Formen der Trauer« organisiert.

Den Auftakt bildete ein Abendvortrag der Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Karin Harrasser, in dem es um das Verhältnis zwischen kulturwissenschaftlichem Sprechen und Forschen und künstlerischen Formen des Nachdenkens ging. Sie argumentierte, dass es bestimmte Themen gebe, die eine Verschränkung dieser beiden Denk- und Sprechweisen notwendig machen. Ihre eigene kulturwissenschaftliche Forschung beschrieb Harrasser als interventionistische Praktik. In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Katja Rothe und Prof. Dr. Christian Kassung ging es zunächst um die ethischen Fragestellungen, die Harrassers Vortrag aufgeworfen hatte. Ein weiterer wichtiger Punkt war das Verhältnis zwischen explizitem Wissen auf der einen und praktischem bzw. implizitem Wissen auf der anderen Seite. Der Verlauf der Diskussion machte deutlich, wie schwer es ist, unterschiedliche Wissensformen miteinander in Dialog zu bringen.

Der zweite Tag der Veranstaltung bot Raum für eine Reflexion der Konzepte Interdisziplinarität, Transdisziplinarität und künstlerische Forschung. Referenzpunkte waren dabei die eigenen Arbeiten und Forschungen der Teilnehmenden sowie zahlreiche theoretische Inputs. Ideen, Erfahrungen und Erwartungen wurden in den Raum gestellt, besprochen, verworfen, neu formuliert. Fragen wie Wenn ab morgen die Interdisziplinarität/Transdisziplinarität per Dekret verboten würde, was würde sich ändern?, Wann führt Interdisziplinarität/Transdisziplinarität zur Öffnung, wann zur Verhärtung disziplinärer Grenzen?, Können Interdisziplinarität und Transdisziplinarität überhaupt ohne epistemologische Grundüberlegungen funktionieren? und Wenn Interdisziplinarität als Standard anerkannt ist, was kommt danach? begleiteten die Teilnehmenden über den Tag.