AG Gender in den Theologien

Workshop Gott*Gender am 5.11.2020

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Das Vorbereitungsteam des Auftakt-Workshops unserer AG, Prof. Dr. Christina Gerber (Theol. Fak.), Prof. Dr. Katharina Pyschny in Verbindung mit Prof. Dr. Teresa Schweighofer (IKT) sowie Mona Feise (BIT) kann sich über ein sehr positives Feedback freuen. So sagte eine Teilnehmerin: "Ich fand den Workshop besonders gut gelungen. Super Einführung, tolle Moderation, kompetente und gut verständliche Referentinnen, spannende Fragen. Gut gemacht!"

Abb.:Teilnehmende zu Beginn des Workshops (Ausschnitt)

 

Die Veranstaltung, die ursprünglich in den Räumen der Theologischen Fakultät stattfinden sollte, wurde vom Prodekan für Forschung der Fakultät, Prof. Dr. Dr. Bernd U. Schipper, eröffnet, der die Vorreiterfunktion der AG Gender in den Theologien für eine theologienübergreifende Zusammenarbeit an der HU hervorhob.

Die Verlegung in einen virtuellen Raum hatte den Vorteil, dass bundesweite Teilnehmer*innen begrüßt werden konnten. 

Moderiert von Mona Feise vom Berliner Institut für Islamische Theologie startete die Podiumsdiskussion im Plenum, dem 43 Teilnehmende per Zoom zugeschaltet waren. Zunächst sprachen die Referentinnen über die Relevanz der Genderforschung für die eigene theologische Disziplin.

 

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Dr. Nimet Seker, Frankfurt/M.:

"Wir Muslim*innen beschäftigen uns weniger mit der Frage: 'Wie sprechen wir von Gott*?', sondern viel mehr: 'Wie spricht er zu uns?'" 

 

 

 

 

 

Standhartinger

Prof. Dr. Angela Standhartinger, Marburg:

"Die Bibelübersetzung in gerechter Sprache hat erst einen großen Aufschrei bewirkt, hat aber für andere Übersetzung dann subkutan ganz gut gewirkt."

 

 

 

 

EnxingProf. Dr. Julia Enxing, Dresden:

"Genderbewegte Theologien haben mich nicht unbedingt in das Fach hineingezogen, waren aber mit ausschlaggebend dafür, dass ich dabeiblieb."

 

 

 

 

 

 

Nach dem Podiumsgespräch verteilten sich die Teilnehmenden auf drei Arbeitsgruppen, die jeweils von einer der Referentinnen geleitet wurden. In diesen Gruppen wurden Passagen aus der Bibel und aus dem Koran diskutiert und für geschlechtergerechte Forschungsansätze erörtert.

Beispiel aus dem Koran:

„Sprich: ‚Er ist Gott, der Eine, Gott, der Beständige, er gebar nicht und wurde nicht geboren, und keiner ist ihm ebenbürtig. / Qul huwa llāhu aḥaduni llāhu ṣ-ṣamadu lam yalid wa-lam yūlad wa-lam yakun lahū kufuwan aḥad" (Sure 112)

Aus der Bibel:

"Es mag ja solche geben, die Gottheiten genannt werden, im Himmel und auf der Erde, wie es viele Gottheiten und Herrschaften gibt. Doch für uns ist Gott, die Eine, unser Ursprung. Von ihr kommt alles und wir sind unterwegs zu ihr. Und so ist Jesus Christus für uns ein Befreier. Durch ihn lebt alles, und wir durch ihn."
(Erster Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth 8,5-6 / Bibelübersetzung in gerechter Sprache)

Abschließend kamen alle Teilnehmenden im Plenum zusammen. Bestimmte Aspekte beschäftigten alle drei Gruppen. z.B. philologische Aspekte einer gerechten Übersetzung, aber auch semantische Felder von Fachtermini sowie die Bedingungen der antiken bzw. spätantiken Gesellschaften, in die die heiligen Texte hinein offenbart wurden. 

Berichterstatterin: S. Binay