Guardini Professur für Religionsphilosophie und Theologische Ideengeschichte

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2019/2020

Vorlesung – Prof. Ugo Perone

Zeit und Ort: Dienstag, 16-18 Uhr / Invalidenstraße 110, 3. OG, Raum 317

LV-Nr.:  9620017

Titel:  Die Ethik kommt immer zu spät. Modelle einer philosophischen Ethik und ihre     

           religiöse Bedeutung

           (Ethics always comes too late. Models of philosophical ethics and their religious   

            meaning)

„… ob wir nicht von der Moral zum Narren gehalten werden“, fragt sich Emmanuel Lévinas gleich im ersten Satz seines Hauptwerks Totalität und Unendlichkeit – schließlich befindet sich die Welt (damals wie heute) im Kriegszustand und die Ethik kommt immer zu spät, um diesen Konflikten vorzubeugen. Dennoch (oder vielleicht gerade deshalb) haben ethische Modelle in der Philosophie bis heute Konjunktur und nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Ein besonderer Fokus soll in der Vorlesung gelegt werden auf die unterschiedlichen religiösen Weltsichten, die hinter den philosophischen Positionen stehen. Vor diesem Hintergrund sollen ethische Konzepte von der Antike bis zu modernen Denkern behandelt werden, u.a. Aristoteles, Kant, Scheler und Lévinas.           

Die in der Vorlesung behandelten Texte werden während des Semesters im Internet via Moodle zur Lektüre bereitgestellt. 

 

 

Proseminar – Prof. Ugo Perone

Zeit und Ort: Mittwoch, 16-18 Uhr / Hannoversche Str. 6, 1. OG, Raum 1.03

LV-Nr.:  9620002

Titel: Einführung in das Verfassen eines philosophischen Textes

          (Introduction to writing a philosophical text)

 

Der Kurs möchte gemeinsam mit den Studierenden den Aufbau und die Struktur philosophischer Texte analysieren, um die jeweiligen Unterschiede und Besonderheiten herauszuarbeiten. Dies soll anhand unterschiedlicher Textauszüge geschehen: Descartes’ zweite der Meditationes, dem ersten Teil des Vorworts zur Phänomenologie des Geistes von Hegel, dem ersten Teil von Schillers Über naive und sentimentalische Dichtung, Marx’ Thesen über Feuerbach, Benjamins Geschichtsphilosophische Thesen, u.a.

Im Anschluss daran sollen die Studierenden selbst einen kurzen philosophischen Aufsatz verfassen, zunächst in Form einer Reflexion und Diskussion eines klassischen philosophischen Textes sowie, daran anknüpfend, in Form einer selbstständigen Ausarbeitung eines eigenen philosophischen Textes.

 

 

Übung / Proseminar – Dr. Silvia Richter

Zeit: Donnerstag, 14-16 Uhr / Hannoversche Str. 6, 3. OG, Raum 3.03

LV-Nr.:  9620019

Titel: „Wahrheit gibt es nur zu zweien“ – Interkultureller Austausch zwischen Juden,     

         Christen und Muslimen vom 18. Jh. bis heute

         (“Truth only exists in pairs” – Intercultural exchange between Jews, Christians   

           and Muslims from the 18th century to the present day)

„Wahrheit gibt es nur zu zweien“, schreibt Hannah Arendt an ihren Ehemann Heinrich Blücher. Das Seminar möchte dies zum Ausgangspunkt nehmen, um unterschiedliche Konstellationen des interkulturellen Austauschs zwischen Juden, Christen und Muslimen vom 18. Jh. bis heute zu beleuchten. Unter anderem die Freundschaft zwischen Moses Mendelssohn und Lessing, der Austausch zwischen Juden und Christen in den Salons des 18./19 Jh.s (Rahel Varnhagen und Wilhelm von Humboldt, Henriette Herz und Friedrich Schleiermacher), der Briefwechsel von Franz Rosenzweig mit Margrit Huessy und Eugen Rosenstock, Martin Bubers Austausch mit Hans Urs von Balthasar, Hannah Arendts Briefwechsel mit Karl Jaspers, bis hin zu den heutigen Modellen des interkulturellen Gesprächs, wie sie u.a. im Berliner Projekt des House of One ihren Niederschlag finden. 

Literatur:

Hannah Arendt, ‚Wahrheit gibt es nur zu zweien‘. Briefe an die Freunde, hg. v. Ingeborg Nordmann, Piper Verlag, 2015.

Ephraim Meir, Differenz und Dialog, Waxmann Verlag, 2011.