Guardini Professur für Religionsphilosophie und Theologische Ideengeschichte

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2018

Vorlesung:

Modelle der Religionsphilosophie (Models of Religious Philosophy)

Dienstag, 16-18 Uhr, Hörsaal 013, Prof. Ugo Perone

Die Lehrveranstaltung versteht sich als eine thematische Fortsetzung der im WS 2017/18 begonnenen Vorlesung, die sich zum Schwerpunkt setzte, das Thema der unterschiedlichen Ausprägungen der Religionsphilosophie innerhalb der philosophischen Strömungen der Moderne darzustellen. In der Fortführung des Kurses soll nun ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklungen des 20. Jahrhunderts gelegt werden. Hierbei werden wir uns u.a. der Phänomenologie (Otto, Scheler) zuwenden sowie dem Existentialismus (Heidegger, Jaspers, Marcel) und der Hermeneutik (Ricoeur, Pareyson, Gadamer). Darüber hinaus sollen auch die Einflüsse der jüdischen Tradition (Rosenzweig, Levinas) dargelegt werden. Im Fokus des Interesses steht dabei aufzuzeigen, welche Einwirkung auf die Philosophie eine religiöse Ausrichtung hat und welche Bereicherung für die religiöse Dimension ein philosophischer Ansatz bietet.

 

Seminar:

Die unterschiedlichen Genres der Philosophie (The different genres of philosophy)

Mittwoch, 14-16 Uhr, Raum 117, Prof. Ugo Perone

Die Philosophie bedient sich seit jeher sehr unterschiedlicher Formen, um ihre Inhalte zum Ausdruck zu bringen: Die Darstellungsformen reichen vom Traktat (Spinoza, Wittgenstein) und der Meditation (Descartes) über das System (Kant) bis hin zur Enzyklopädie (Hegel), Essay (Montaigne, Benjamin), Aphorismus (Nietzsche, Adorno), Dialog (Platon), Dichtung (Parmenides, Lukrez) und Tagebücher (im französischen Spiritualismus). Im Seminar wollen wir uns exemplarisch diese unterschiedlichen Genres genauer ansehen und analysieren, zu welchem Zweck jeweils die spezifische Form der Darstellung gewählt ist und welchen Einfluss sie auf die Präsentation und Vermittlung der Inhalte hat.

Die zu behandelnden Texte werden während des Semesters im Internet via Moodle zur Lektüre bereitgestellt. 

 

Übung:

Auf/Bruch. Philosophie, Religion und Kunst im Spannungsfeld von Migration und Exil

(Breaking out. Philosophy, religion and art in the light of migration and exile)

Donnerstag, 14-16 Uhr, Raum 117, Dr. Silvia Richter

Die Fluchtbewegungen 2015 haben gezeigt, dass wir in Deutschland Teil einer globalen Entwicklung sind, in der die Krisen von staatlichen und gesellschaftlichen Situationen außerhalb Europas uns unmittelbar betreffen. Die Lehrveranstaltung möchte diese aktuellen Tendenzen der Politik zum Ausgangspunkt nehmen um historische, philosophische und künstlerische Zusammenhänge aufzuzeigen, die in Bezug zu Migration und Exil stehen. Hierbei wenden wir uns diesen Fragen im historischem Kontext zu (Einwanderung der Hugenotten/Juden nach Berlin im 17/18. Jh.; der Jeckes (deutsche Juden) nach Palästina in den 20er und 30er Jahren), in Philosophie (Hannah Arendt, Martin Buber und der Chassidismus), in Literatur (Isaac Bashevis Singer, Nelly Sachs) sowie in Kunst und Architektur (Marc Chagall, Bauhaus Architektur in Tel Aviv). Auch zeitgenössische Formen der Auseinandersetzung mit Migration und neue Formen des interreligiösen Zusammenlebens sollen präsentiert werden, z.B. das Berliner Projekt des „House of One“.     

Die Veranstaltung wird für Studierende der Theologie als Übung, für Studierende der Philosophie als Seminar angeboten. 

Literatur:

Hannah Arendt, Wir Flüchtlinge, mit einem Essay von Th. Meyer, Reclam, Stuttgart 2016.   

Zygmunt Bauman, Die Angst vor den anderen. Ein Essay über Migration und Panikmache, Suhrkamp, Berlin 2016.

David Miller, Fremde in unserer Mitte. Politische Philosophie der Einwanderung, Suhrkamp, Berlin 2017.