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Humboldt-Universität zu Berlin - bologna.lab - Neue Lehre. Neues Lernen

Finalist_innen 2018

Die Dekanate treffen aus den Nominierungen innerhalb ihrer Fakultät eine Vorauswahl von maximal drei Lehrenden. Aus diesen Finalist_innen wählt die Jury den Preisträger oder die Preisträgerin des Preis für gute Lehre aus. Hier können Sie die Finalist_innen der letzten Jahre einsehen:

 

2014   |   2015   |   2016   |   2017   |   2018

 

Für den Preis für gute Lehre 2018 zum Schwerpunktthema „Berlin als Lernort“ wurden insgesamt 34 Lehrende bzw. Teams vorgeschlagen. Unterstützt durch Stellungnahmen der jeweiligen Institute, Fachschaften und Dekanate wählten zunächst die Fakultäten aus den Nominierungen ihres Bereichs maximal drei Vorschläge zur näheren Begutachtung aus. Daraus resultiert die folgende Vorauswahl von insgesamt 12 Finalist_innen. Wir möchten an dieser Stelle allen Nominierten herzlich gratulieren und für Ihr Engagement in der Lehre danken!

 

Die folgenden Kurzbeschreibungen der Finalist_innen basieren auf den Vorschlagsbegründungen sowie den Stellungnahmen der jeweiligen Dekanate, Institute und Fachschaften.
 

Abb.: privat

 

Dr. Stefan Altekamp und Antonia Weiße

Institut für Archäologie

Dr. Stefan Altekamp und Antonia Weiße thematisierten in ihrer Lehrveranstaltung „Fotokurs: Fotografie und Architektur“ im Sommersemester 2018 den Einfluss antiker Architektur auf Berliner Bauten. Die jeweiligen Befunde waren im „Layering“ Berlins zu identifizieren, aus ihren aktuellen Kontexten herauszulesen, ggf. auf Veränderungen zu befragen und auf mögliche Dialoge mit der antiken Architektur hin abzuklopfen. Die ungefilterte Konfrontation mit dreidimensionalen Großobjekten in gegebenen, nicht präparierten Kontexten sowie die Einübung systematisierter Betrachtungen, vor allem durch die Herstellung fotografischer Abbilder, stellten die erwünschte Herausforderung dar. Die Eigengesetzlichkeit fotografischen Sehens und Abbildens und damit die Kluft zwischen natürlichem und Maschinensehen löste regelrechtes Erstaunen aus. Die Studierenden profitierten davon, dass die Rezeption der Antike und ihre Umsetzung direkt am Objekt in der Stadt Berlin untersucht werden konnten. So konnten sie nicht nur lernen, wie man Architektur und ihre Details fotografisch festhält, sondern auch einen Bezug zur Vergangenheit und ihrer heutigen Wahrnehmung herstellen.

 

Prof. Schneider
Abb.: privat

 

Prof. Dr. Nadja-Christina Schneider

Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Frau Prof. Dr. Nadja-Christina Schneider (gemeinsam mit dem Co-Lehrenden Team aus Prof. Dr. Özen Odag, Touro College, Prof. Dr. Olga Hünler, Universität Bremen, Prof. Dr. Carola Richter, Freie Universität Berlin, Prof. Dr. Amal El-Obeidi, Universität Bayreuth, Prof. Dr. Nil Mutluer, Humboldt-Universität zu Berlin) wurde mit der Lehrveranstaltung „Academics on the Move: Notions of Exile, Re-Migration and Translocal Solidarity“ (Sommersemester 2018) nominiert. Die Lehrveranstaltung thematisierte Berlin als Lehr- und Lernort in mehrfacher Hinsicht. So waren zum einen drei Berliner Hochschulen beteiligt, neben der HU (IAAW) auch die Freie Universität (Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften) und das amerikanisch-jüdische Touro College Berlin (Abteilung Psychologie). Zum anderen war Berlin als Ort von Migration und Exil, sowohl in der Vergangenheit als auch der Gegenwart, ein Kernbestandteil der Lehrveranstaltung. Die behandelten bzw. beforschten Themen reichten dabei von Exilgeschichte über die Produktionen und Konfigurationen „neuen“ Exils bis zur Sozialwelt geflüchteter Akademiker*innen in Berlin. Berlin als Stadt des Exils wurde dabei nicht über abstrakte Narrative, sondern über einen unmittelbaren und damit authentischen Zugang erfahrbar (Stellungnahme Institut), da u.a. drei der Dozent*innen selbst Exil-Akademiker*innen sind. Zudem sorgte die methodische Vielfalt (Interviews, Stadtspaziergänge, künstlerische Explorationen, Netzwerkanalysen und teilnehmende Beobachtungen) dafür, dass die enge Verschränkung individueller und kollektiver Exilerfahrungen mit der Stadt fassbar wurde.

Über die Lehr-/Lernform des Forschenden Lernens wurden die Studierenden von Lehrtandems bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung ihrer Forschungsprojekte kontinuierlich begleitet. Besonders dieses intensive Mentoring wurde von den Teilnehmer*innen gelobt: „Together with teachers, we became more than collegues, we supported each other” (Ausführung Nominierender). Die Projekte der Forschungsgruppen wurden abschließend im Rahmen einer internationalen Ausstellung im Touro College Berlin präsentiert.

 

Florian Dietz
Abb.: privat

 

Florian Dietz

Institut für Erziehungswissenschaften

Herr Florian Dietz wurde für seine Lehrveranstaltung „Ein literarischer Stadtspaziergang mit dem Kinder- und Jugendbuchautor Klaus Kordon - Erstellen eines Audioguides für Grundschulkinder“ (Sommersemester 2018) nominiert. Die Studierenden hatten die Aufgabe, verschiedene Audioguides für Grundschulkinder zu konzeptualisieren und zu produzieren, in denen zentrale Handlungsorte der Romane und biographisch bedeutsame Orte des Autors Klaus Kordon in den Blick genommen werden. Aus didaktischer Perspektive war dem Dozenten besonders wichtig, sowohl Fachwissen (z.B. Literarisches Lernen, Zuhördidaktik sowie Leseförderung) zu vermitteln als auch die Lehrkompetenzen der angehenden Grundschullehrer_innen zu fördern und Methoden erproben zu lassen. Neben den Literaturstudien wurde das Seminar durch eine Vielzahl von Exkursionen (z.B. Besuch von Schauplätzen, Besuch einer Lesung von Klaus Kordon, Besuch des Deutschen Historischen Museums zum Zweck der Kinderaudioguide-Analyse) bereichert. Die Kombination aus Theorie und erfahrungsorientierten Lernangeboten ermöglichte den Studierenden, didaktische Fähigkeiten auch im Rahmen kreativer und moderner Lehr-/Lernszenarien sowie unter Verwendung neuer Medien zu entwickeln.

 

Matthias Weidlich
Abb.: Grazyna Stepniak

 

Prof. Dr. Matthias Weidlich

Insitut für Informatik

Herr Prof. Dr. Matthias Weidlich hat in seiner Vorlesung „Process Mining“ (Wintersemester 2018/19) am Institut für Informatik die mannigfaltige Start-Up-Szene Berlins im Bereich der Digitalwirtschaft zum Thema gemacht.

Um den durch die Digitalisierung ausgelösten Wandel Berlins und seine Grundlagen in der Prozessanalyse zu studieren, knüpfte Herr Prof. Weidlich vielfältige Verbindungen zwischen theoretischen Lehrinhalten und ihrer praktischen Anwendung. Er motivierte die Studierenden, den Wandel Berlins aktiv mitzugestalten und den Wirtschaftsstandort Berlin voranzubringen. Er machte deutlich, dass auch (und gerade) ohne Großindustrie, eine universitäre Lehre möglich ist, die grundlagenorientiert ausgelegt ist und trotzdem den Studierenden aktuelle, spannende und berufsrelevante Anwendungsmöglichkeiten aufzeigt.

Von den Studierenden wurden die von Prof. Weidlich organisierten Tutorien (Themenbereiche u.a. Echtdatenanalysen, reale Anwendungsszenarien), die Gastvorlesungen von führenden Firmen der Berliner Digitalwirtschaft sowie die detaillierten Analysen des derzeitigen „Standes der Wissenschaft und Praxis“ als erfolgreiche Lehrmittel besonders hervorgehoben. Einige Studierende befinden sich nun durch die Vorlesung in regem Austausch mit den einigen der Start-Ups, zum Beispiel im Rahmen von Hackathons.

 

Urmila Goel
Abb.: Institut für Europäische Ethnologie Institut für Europäische Ethnologie

 

Prof. Dr. Urmila Goel

Institut für Europäische Ethnologie

Im Rahmen des Projektseminars „Marzahn migrantisch“, das Frau Prof. Dr. Urmila Goel im Wintersemester 2017/18 am Institut für Europäische Ethnologie anbot, hatten Bachelorstudierende die Gelegenheit, am Beispiel eines konkreten Berliner Bezirks das Themenfeld Migration aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Auf der Grundlage ihres bislang im Studium erworbenen Wissens über Theorien und Methoden entwickelten sie eigene Forschungsfragen und bearbeiteten diese im Laufe des Semesters. Frau Prof. Goel legte dabei großen Wert darauf, die Studierenden in ihren individuellen Lernprozessen zu begleiten und sie zur Analyse von Komplexität sowie schließlich zur Reflexion der eigenen Forschungstätigkeit zu befähigen. Zu diesem Zweck verschriftlichten die Studierenden ihre Gedanken, Eindrücke und Beobachtungen in Form von Feldnotizen. Schließlich wurden die Studierenden im Laufe des Seminars immer wieder mit ihren eigenen Vorurteilen und Stereotypen bezüglich des Bezirks Marzahn und der Geschichte der DDR konfrontiert. Frau Prof. Goel gelang es, die aufkommenden Ambivalenzen aufzugreifen und in einen produktiven und kreativen Lern- und Forschungsprozess zu bringen. Sie stellte den Studierenden Grundlagenliteratur zu relevanten Themenkomplexen zur Verfügung und brachte die Studierenden im Rahmen von drei Exkursionen zugleich in Kontakt mit Institutionen vor Ort, die die Studierenden bei der anschließenden Feldforschung unterstützten, beispielsweise durch den Zugang zu Archiven, die Kontakte zu Interviewpartnern oder die Erlaubnis von teilnehmenden Beobachtungen. Insofern nutzte Frau Prof. Goel den Bezirk Marzahn nicht nur als beispielhaftes Untersuchungsobjekt, sondern band die dort vorhandene Infrastruktur aktiv in ihre Lehrveranstaltung ein. Die Inhalte der Lehrveranstaltung gestaltete sie flexibel und in Abstimmung mit den sich herauskristallisierenden Interessen der Studierenden. Der nachhaltige Erfolg des Seminars zeigt sich nicht zuletzt daran, dass mehrere Studierende ihre Begeisterung für das Thema beibehalten und auf der Grundlage der Seminararbeit ihre Bachelorarbeit entwickelt haben.

 

Tahani Nadim
Abb.: privat

 

Jun.Prof. Dr. Tahani Nadim

Institut für Europäische Ethnologie

Frau Prof. Dr. Tahani Nadim wurde für ihre Lehrveranstaltung „Das Naturkundemuseum, seine Geister und Monster“ (Sommersemester 2018) am Institut für Europäische Ethnologie nominiert. Die Veranstaltung zeichnete sich durch eine enge Verzahnung von methodisch-theoretischen Grundlagen und deren Transfer in die Praxis aus, wobei das Naturkundemuseum als zentrales ethnographisches Forschungsfeld diente. Die Dozentin ermöglichte den Studierenden einerseits einen exklusiven Blick in das Museum und seine Exponate. Andererseits lernten die Studierenden, museale Praxis, den Umgang mit Ausstellungsobjekten bzw. Kulturgütern und die Verknüpfung derselben mit (stadt-) geschichtlichen Hintergründen, hier z.B. post-/koloniale Verbindungen, kritisch-reflexiv zu betrachten und einzuordnen. Prof. Dr. Nadim erklärt die Wahl des Forschungsfeldes so: „Naturkundemuseen sind zentrale Orte der Wissenschaft, ihre Sammlungen und Ordnungen bilden die Grundlagen ‚moderner‘ Wissensproduktion. Auch zählen ihre Objekte und Präparate zum kulturellen Erbe eines Landes und sind somit wichtige Elemente in der Konstruktion von Nation, Kultur und Gemeinschaft“ (aus dem Lehrkonzept). Die Dozentin verfolgte in der Lehrveranstaltung einen integrativen didaktischen Ansatz, in dem der wiederkehrende (Rück)-Bezug von Theorie und Praxis zentral war. Auf dieser Basis konnten die Studierenden den Forschungsprozess im Sinne des Forschenden Lernens eigenständig durchlaufen, theoretische Modelle anwenden und sich mit Prozessen und Institutionen der Wissensproduktion kritisch auseinandersetzen.

 

Anke te Heesen und Lara Keuck
Abb.: DHI Warschau/Marcin Kłucik sowie Lichtschwärmer

 

Prof. Dr. Anke te Heesen, Dr. Lara Keuck

Institut für Geschichtswissenschaften

Das Forschungsseminar „Wissenschaft und Demokratie. 1989/90” (Wintersemester 2018/19) widmete sich anhand von drei Universitätsinstituten der Humboldt-Universität zu Berlin der Frage, wie man die Geschichte der Wende an dieser Universität schreiben kann. Diesem Thema näherten sich die Seminarteilnehmenden vornehmlich quellenorientiert: Zum einen durch Besuche im Universitätsarchiv, zum anderen durch die Herstellung eigener Quellen. Alle Studierende führten Interviews mit während der Wendezeit aktiven Schlüsselpersonen der untersuchten Institute. Die Interviews fußten auf den Methoden der Oral History und der Mikrogeschichte, die in einer Übung ein Semester zuvor (Sommersemester 2018) von denselben Lehrenden unterrichtet wurden. Diese zweigliedrige Struktur führt dazu, dass die Studierenden im Forschungsseminar selbst zu aktiven Forschern und Forscherinnen wurden. Damit erreichte die Lehrveranstaltung ihr Ziel, die Studierende zum quellenorientierten Arbeiten, methodischer Reflexion und eigener Forschung zu führen und dabei ein tieferes, historisches Verständnis ihrer eigenen Berliner Universität zu erhalten und hierbei nicht nur eine Institutionsgeschichte der Universität kennenzulernen, sondern diesem Narrativ kritisch viele Geschichten entgegenzustellen. Die Studierenden nahmen ihre Universität von einer neuen Seite wahr, indem sie deren historische Schichten nicht als einen fertigen Sekundärtext präsentiert bekamen, sondern sich durch Lektüre und Interviews gleichermaßen als Zeugen einer Erfahrungsgeschichte sahen, die es wiederum in valide historische Quellen umzusetzen galt. Eine Stimme aus Studierenden-Perspektive: „Beide Kurse sind durch die beiden Lehrenden zu sicheren Räumen geworden, die zum Lernen, Nachfragen und Neugierig-sein eingeladen haben. Dies zeigte sich in der Abschlussfeedbackrunde der Übung, in der viele der Teilnehmenden hervorhoben, dass sie sich so wohl gefühlt hatten wie in keiner anderen Veranstaltung in ihrem Studium, welches sich sonst oft kompetitiv anfühlt und so viele Ängste in den Studierenden aufgebaut hat.“

 

 

 

Ariane Born

Institut für deutsche Literatur

Frau Ariane Born wurde für ihre Lehrveranstaltung „Vom Alex bis zum Zoo. Auf den Spuren literarischer Figuren in Berlin“ (Wintersemester 2018/19) nominiert. Die Lehrveranstaltung richtete sich an Studierende des Grundschullehramtes. Der Dozentin gelang es, Berlin nicht nur als Handlungsort und Wirkungsstätte zu präsentieren, sondern sich mit den Studierenden auf eine „literarische Spurensuche“ (aus der Stellungnahme der Fachschaft) zu begeben. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche inner- und außeruniversitäre Lernorte einbezogen. Durch verschiedene Exkursionen, z.B. Besuch der Arbeits- und Privatbibliothek der Gebrüder Grimm im Grimm-Zentrum, Besuch von Buchvorstellungen und berlinbezogenen Theaterstücken (z.B. Linie 1) sowie die Teilnahme an theaterpädagogischen Workshops, wurden Theorien und Texte direkt erfahrbar. Die Studierenden wurden in die Gestaltung und Umsetzung der Lehrveranstaltung aktiv einbezogen. Eine enge Verknüpfung der fachwissenschaftlichen Inhalte und professionsbezogenen Aufgaben ermöglichte den angehenden Grundschullehrenden, ihr Wissen anzuwenden und die fachdidaktische Relevanz von Lebensweltbezügen in der Praxis kennenzulernen.

 

 

Erika Thomalla

Institut für deutsche Literatur

Frau Erika Thomalla wurde für ihre Übung „Die Praxis der Gegenwartsliteratur“ (Sommersemester 2018) nominiert. Gegenstand der Veranstaltung war die theoretische und praktische Vermittlung von Einblicken in die Berufswelt von Literaturwissenschaftler_innen. Zu diesem Zweck lud Frau Thomalla Vertreter_innen verschiedener Zweige des Berliner Literaturbetriebs zur Diskussion in die Übung ein und organisierte eine Exkursion in das Berliner Haus für Poesie sowie einen Lesespaziergang mit dem Autor Franz Friedrich durch Berlin Mitte. Hierbei erhielten die Studierenden Gelegenheit, ihr theoretisch erworbenes Wissen in der Diskussion mit den Gästen direkt abgleichen bzw. unter Anleitung direkt anwenden zu können. Besonders positiv hoben die Studierenden Frau Thomallas große Offenheit gegenüber den Wünschen und Interessen der Teilnehmer_innen hervor. Sie motivierte die Studierenden zur aktiven Hinterfragung der Texte und Diskussion mit den Gästen, organisierte praktische Übungen, z.B. zur Auswahl von Manuskripten und dem Verfassen von Literaturkritiken, und sorgte dafür, dass die Besuche und Veranstaltungen nachbesprochen wurden. Aus Sicht der Studierenden zeichnet diese Veranstaltung aus, dass Frau Thomalla hier „auf einfallsreiche Weise dazu beigetragen hat, das Studium sowie die ihm inhärenten Arbeitsweisen, Gegenstände und Fragestellungen als einen Raum zu vermitteln, der nicht als theoretische Sackgasse endet, sondern sich auf vielfältige Weise in praktische Tätigkeiten überführen lassen kann.“

 

Katharina Wieland
Abb.: privat

 

Dr. Katharina Wieland

Institut für Romanistik

Ausgehend von der in den Medien und in der fachdidaktischen Forschung immer wieder thematisierten Krise des Französischunterrichts angesichts sinkender Schüler- und Schülerinnenzahlen und einem nicht aufhaltbaren Abwahlverhalten am Ende der Sekundarstufe, beschäftigte sich die Lehrveranstaltung „Fachdidaktische Forschung: Französischunterricht in der Krise?“ (Sommersemester 2018) von Frau Dr. Wieland am Institut für Romanistik mit folgenden Fragestellungen: Mit welcher Motivation lernen Berliner Schüler und Schülerinnen Französisch? Wie kann es gelingen, diese Motivation über Jahre aufrecht zu erhalten? Welche Entscheidungen führen zur Berufswahl „Französischlehrerin und Französischlehrer“? Die Stadt Berlin wurde in zweierlei Hinsicht als Lehr- und Lernressource im Seminar genutzt. Zum einen wurden verschiedene Institutionen, die sich in Berlin der Förderung und Verbreitung der französischen Sprache widmen, zu einem „table ronde“ ins Seminar eingeladen. Zum anderen suchten die Studierenden im Rahmen einer kleinen empirischen Forschungsarbeit zur Situation des Französischunterrichts in Berlin Schulen auf (Partnerschulen der HU sowie weitere Schulen, die im Praxissemester Studierende für Französisch aufgenommen hatten) und erprobten dort ihre Forschungsinstrumente. Das Seminar illustrierte so, dass sowohl eigene Unterrichtserfahrungen als auch fachdidaktische Literatur nicht unhinterfragt hingenommen werden müssen, sondern Anlass zu eigener Forschungstätigkeit zu verschiedenen Arbeitsschwerpunkten sein dürfen. Dieser Forschungstätigkeit an Berliner Schulen nachzugehen, hatte für die Studierenden, die sich eng auf die eigene Unterrichtssituation bezogen haben, den Mehrwert, den Horizont eigener Einzelerfahrungen auf eine komplexere Sicht des Fremdsprachenunterrichts an Berliner Schulen zu erweitern.

 

Kai Mertens
Abb.: Michel Buchmann

 

 

 

Kai Mertens

Lehrstuhl für Systematische Theologie

Kai Mertens wurde für seine Lehrveranstaltung „Demokratie auf Abwegen? – Ein Blick nach Ungarn“ (Wintersemester 2017/18) nominiert. Die Veranstaltung, die an der Theologischen Fakultät angesiedelt war, fand in der Form eines Q-Tutoriums statt und folgte der Lehr-/Lernform des Forschenden Lernens. Ein besonderes Anliegen von Herrn Mertens war es, die Studierenden stark in alle Prozesse des Seminars einzubeziehen und auf diese Weise ihre Motivation und Eigenverantwortlichkeit zu steigern. Dies setzte er um, indem er als Mentor statt als Dozierender auftrat und die Lehrveranstaltung so agil gestaltete, dass die Stärken und Wünsche der Studierenden kontinuierlich in den Prozess miteinbezogen werden konnten. Als besonders positiv stellten die Studierenden heraus, dass die Lehrveranstaltung in enger Kooperation zu externen Partnern stattfand und es möglich war, die eigenen Erkenntnisse einer großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen und ein Netzwerk zu bilden. Auch die Exkursion nach Budapest, die Herr Mertens organisierte, wurde von den Studierenden als sehr positiv hervorgehoben.

 

Kalle Kappner
Abb.: privat

 

 

Kalle Kappner

Institut für Wirtschaftsgeschichte

Herrn Kappners Seminar „Geography and Growth“ (Sommersemester 2018) wandte sich an Bachelor- und Masterstudierende mit Interesse an raumökonomischen Fragestellungen. Die Studierenden hoben hervor, dass Herr Kappner in seinem Kurs mit passenden und originären Anmerkungen Diskussionen anregen konnte, ohne dabei die Seminarteilnehmenden von der eigenen Denkarbeit zu befreien und durch ein umfangreiches und hochwertiges Feedback zukünftigen Lernerfolg ermöglichte. Herr Kappner beschreibt Berlin als Ausgangspunkt seiner Veranstaltung folgendermaßen: „Der Stadt Berlin als Lerninhalt begegneten die Teilnehmenden in diesem Seminar mehrmals, da diese aufgrund ihrer Geschichte und hervorragender Datenlage ein beliebtes Studienobjekt für raum- bzw. stadtökonomische Fragestellungen darstellt. Die Teilnehmenden konnten so einen direkten Bezug zwischen abstrakten raumökonomischen Konzepten und der Geschichte und Gegenwart ihres eigenen Wohnorts herstellen. Die zentrale Rolle der Fülle öffentlich verfügbarer, vom Senat bereitgestellter georeferenzierter Daten demonstriert die besondere Attraktivität Berlins als Studien- und Lernort für raumökonomisch interessierte Sozialwissenschaftler“ (aus dem Lehrkonzept). Die Fakultät betont zusätzlich, dass die derartige Anregung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung unbedingt wünschenswert ist, insbesondere weil die Überlappung von Lebensmittelpunkt und Forschungsobjekt motivationsfördernd auf die Studierenden wirkt.