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▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - bologna.lab - Neue Lehre. Neues Lernen

Sommersemester 2015

 

Alle Seminare finden statt:

am Hausvogteiplatz 5-7, 10117 Berlin (U-Bahn: U2 oder U6 Hausvogteiplatz/Stadtmitte)

Raum 0323-26

 

 

Sozialwissenschaften, Geschichte, Wirtschaft

Montag
12:00-14:00

Raum 0323

The EAST/WEST Competition – Urban Planning, Cultural Policy and Economics in Divided Berlin

Michael Grass

(in English)

In keiner anderen Stadt hat der Wettkampf der Systeme deutlichere Spuren hinterlassen als in Berlin. Seit der Teilung der Stadt hatten städtebauliche Projekte auch immer den Anspruch dem Gegenüber die Stärke des eigenen politischen Systems zu demonstrieren. Dabei stand zunächst die Lösung essentieller städtebaulicher Fragen im Vordergrund. Das Seminar verfolgt chronologisch den Dualismus im Städtebau zwischen Ost- und Westberlin. Dabei wird sowohl im Seminarraum durch Präsentationen als auch auf zwei Exkursionen die unterschiedlichen Absichten und Ansprüche kapitalistischer und sozialistischer Stadtplanung untersucht werden. Im Fokus stehen jedoch nicht ausschließlich formale und architektonische Aspekte. Vielmehr sollen Kontexte, Finanzierungsmodelle und die jeweilige politische Repräsentationsstrategie analysiert werden.

Montag
14:00-16:00

Raum 0323

Between Rejection and Recognition: Jewish Migration to Germany in the Past and Present

Zwischen Ablehnung und Anerkennung: Geschichte und Gegenwart der jüdischen Zuwanderung nach Deutschland

Dr. Agnieszka Pufelska/Donna Swarthout

(Co-Teaching/in English and German)

Deutschland ist neben Israel und den USA das wichtigste Einwanderungsland für jüdische Immigranten weltweit. Jüdische Migration ist aber nicht ein Phänomen der letzten Jahrzehnte, sondern ist auch historisch verankert. Bereits im späten 19. Jahrhundert gab es eine starke jüdische Einwanderung aus Osteuropa nach Deutschland. Nach dem Holocaust gründeten vor allem osteuropäische Displaced Persons (DP) neue jüdische Kultusgemeinden in Deutschland. Die mit dem Zerfall des Ostblocks beginnende jüdische Zuwanderung aus der UdSSR hat das jüdische Leben in Deutschland grundlegend verändert. Insgesamt sind seit dem Mauerfall 220.000 Menschen im Rahmen der „jüdischen Zuwanderung” nach Deutschland gekommen. Gleichzeitig lässt sich in den letzten Jahren eine verstärkte Einwanderung der Jüdinnen und Juden aus Israel, Frankreich und Amerika beobachten. Das Seminar setzt sich zum Ziel diese jüdische Migration als Teil deutscher Geschichte und Gegenwart zu thematisieren und die Integrationsbereitschaft der nicht-jüdischen Mehrheit zu ergründen. Allgemein geht es also um die aktuelle Frage nach Einbindungsmöglichkeiten einer Minderheit in eine multiethnische Gesellschaft.

Dienstag
10:00-14:00

(14-tägig)

Raum 0323

Changes in Berlin's Social Landscape over the Last Three Decades

Der Wandel der sozialen Struktur Berlins in den letzten drei Jahrzehnten

Astrid Sundsbø/Jana Kunze

(Co-Teaching/ in English with some German depending on participants' skills)
Berlin hat sich in den letzten Jahrzehnten von einer geteilten Stadt zwischen zwei Weltregimen zu einer globalen Metropole entwickelt. Die Veränderung des geopolitischen Kontexts der Stadt hat auch zu einem Wandel ihrer Sozialstruktur geführt – in einigen Stadtteilen stärker als in anderen. Alteingesessene Bevölkerungsgruppen sind fortgezogen, neue Bevölkerungsgruppen sind zugezogen und haben die Stadtteile auf unterschiedliche Weise geprägt. Eine deutliche Veränderung fand unmittelbar nach dem Fall der Mauer im Bezirk Prenzlauer Berg statt. Die Entwicklungen dort sind in verschiedenen akademischen Arbeiten dokumentiert worden.
In diesem Seminar werden wir uns mit anderen Stadtteilen beschäftigen, die sich ebenfalls durch eine erhebliche Sozialstrukturveränderung auszeichnen, aber bislang weniger Beachtung in akademischen Kreisen fanden. Ziel ist es, Informationen über die Entwicklung dieser Gebiete zu sammeln und unter Einbezug verschiedener Perspektiven und Quellen die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen.

Dienstag
16:00-18:00

Raum 0323

Berlin, 1945-1990: Divided City

Dr. Peter Mitchell

(in English)

This seminar will provide insights into the key political developments in Berlin’s recent history, from the fall of the Third Reich, through the decades of political and physical division, to the collapse of the Berlin Wall in 1989 and Germany’s subsequent reunification.

Freitag

14:00-16:00

Raum 0323

Migration und Integration der muslimischen Communities in Berlin und Deutschland im Vergleich

Dr. Mehtap Söyler

(in English with some German depending on participants' skills)

Dieser Kurs zielt darauf ab, die Studentinnen und Studenten in den folgenden Themen einzuführen: 1) Begrifflichkeiten und Sachverhalte über die Migration und Integration der muslimischen Communities in Europa, 2) die aktuelle Zusammensetzung und Vertretung der muslimischen Communities in Berlin und Deutschland, 3) spezifische, öffentliche Richtlinien, die dazu dienen sollen, komplexe Problembezüge hinsichtlich der interkulturellen Herausforderungen in Berlin und Deutschland, zu bewältigen, 4)vergleichende Perspektiven über die Integrationspolitik in anderen großen EU Staaten, die Migranten mit muslimischen Hintergrund beheimaten. Der Kurs umfasst vergleichende Public Policy, interkulturellen Dialog, interne Sicherheit und politischen Islam. Der Kurs befähigt die Studentinnen und Studenten dazu, die facettenreichen Dimensionen von Migration in Deutschland und die strategische Bedeutung der muslimischen  Communities in Berlin zu analysieren. Darüber hinaus, setzen sie sich mit den europäischen Verhältnissen auseinander, um einen Blick in weiteren Möglichkeiten von Dialog und Zusammenarbeit mit muslimischen Communities zu gewinnen. Sie werden ein tieferes Verständnis von Aspekten der interkulturellen Kommunikation und Integration entwickeln.

Freitag

16:00-18:00

Raum 0323

Empire's Economy, 1848-1948

Frank Beyersdorf

(in English)

Dieser Kurs bietet einen Überblick über die deutsche Wirtschafts- und Sozialgeschichte von 1848 bis 1948. Anhand ausgewählter Berliner und Fallbeispiele werden wir untersuchen, wie Geschäftsleute und Beamte die Flüsse von Gütern, Kapital und Arbeit auf der lokalen, nationalen, und globalen Ebene bestimmten und regulierten.

   
 

 

Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft

Dienstag
10:00-14:00

(14-tägig)

Raum 0323

Berlin portrait of a city. An introduction to creative urban research 

Anna Blattner

(in English and German; A2 skills in German necessary)

Eine Stadt erhält ihren Charakter durch verschiedene Aspekte: ihre Geschichte, Materialität, Politik und ihren Alltag – um nur ein Paar zu nennen. Um die Stadt zu erforschen, braucht man Methoden, die sich an eine Vielzahl von Situationen anpassen können und das sich ständig ändernde Wesen einer Stadt einzufangen vermögen.
So kann beispielsweise die Materialität einer Straße  kaum mit den gleichen Mitteln analysiert werden wie der Alltag ihrer Bewohner, der doch zu jeder Tageszeit ein anderer ist.

Dienstag

14:00-16:00

Raum 0323

Re/Inventing Berlin - Architecture after 1945

Alessa Paluch

(in English)

Am Ende des zweiten Weltkriegs lag Berlin, die ehemalige Haupstadt des Dritten Reiches, in Schutt und Asche. Doch die stellenweise flächendeckenden Zerstörungen boten auch eine gewisse Chance: die Stadt in einer ganz neuen Art und Weise wieder aufzubauen – oder wie moderne Städtebau gesagt hätten: in einer besseren Weise. Und tatsächlich hat sich Berlin in den Wiederaufbaujahren dramatisch verändert – aber nicht unbedingt im Sinne der modernen Architekten und Städteplaner.

In Ost und West verfolgte man verschiedene, teils explizit entgegengesetzte Konzepte. Gerade Berlin als Hauptstadt des Kalten Krieges zeigt, dass Architektur nicht nur ein Spiegel der sie errichtenden und nutzenden Gesellschaft ist, sondern diese auch in hohem Maße formt und beeinflusst.

Anhand verschiedener Beispiele (Karl-Marx-Allee, Hansaviertel, Gropiusstadt, Potsdamer Platz et al.) werden die verschiedenen Strömungen, Schulen und Stationen des Wiederaufbaus nachverfolgt. Mit dem Fokus auf politische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen werden die Schlüsselkonzepte modernen Städtebaus aufgezeigt. Zudem versteht sich das Seminar als eine Übung in (Architektur-)Kritik.

Mittwoch
10:00-12:00

Raum 0323

Popliteratur. Autorschaft – Textverfahren – Institutionen

Katharina Kreuzpaintner

(auf Deutsch und Englisch)

Pop ist „alles was knallt“. So beschreibt der Literaturwissenschaftler Jost Hermand 1971 das noch neue ästhetische und kulturelle Phänomen treffend, wenn auch nicht unbedingt wohlwollend. In Deutschland wird der Popkultur vor allem in den neunziger Jahren und hier speziell über das Label ‚Popliteratur‘ zuerst in den Feuilletons und in der Folge auch von der Literaturwissenschaft
einige Aufmerksamkeit gewidmet. Das Seminar wird sich mit der in dieser Zeit entstandenen Literatur beschäftigen, diese aber auch im Bezug auf ihre markanten Weichenstellungen im deutschsprachigen Diskurs untersuchen, sowie die Entwicklung popkultureller Schreibweisen bis in die Gegenwart hinein verfolgen. Die Auseinandersetzung mit Konzeptionen von Autorschaft, Textverfahren und maßgeblichen Institutionen soll an einer Reihe von unterschiedlichen Texten, aber auch Fernsehmitschnitten und Popsongs, zeigen, wie genau sich das Phänomen der Popliteratur konstituiert und was dabei auf dem Spiel steht.

Donnerstag
12:00-14:00

Raum 0323

Narrating the City - Berlin-Romane des 20. und 21. Jahrhunderts 

Dr. Mareen van Marwyck

(auf Deutsch)

Die Stadt Berlin ist im 20. und 21. Jahrhundert immer wieder Sujet, „Protagonist“ und nicht zuletzt auch Produkt literarischer Fantasien. In Feuilleton und Literaturwissenschaft hat sich der Begriff „Berlin-Roman“ durchgesetzt, der eine eigenständige Untergattung des Romans suggeriert.

Vor allem in den zwanziger Jahren, in der Nachwendeliteratur der neunziger Jahre sowie in der zeitgenössischen Literatur ist Berlin ein zentraler literarischer Topos. Im Roman als präferierter Form wird das Verhältnis von Individuum und Stadt ausgelotet und mit neuen urbanen Wahrnehmungsformen experimentiert. Dieses Seminar untersucht den Berlin-Roman und seine spezifischen Fragestellungen: die Großstadt als Lebensumfeld, Identität und als Zentrum der Moderne, vor dem Hintergrund der großen historischen Umbrüche und politischen Katastrophen des 20. und 21. Jahrhunderts.

Donnerstag

14:00-16:00

Raum 0323

Weltbühne Berlin. Die Goldenen Zwanziger.

Johannes Kreimeier

(auf Deutsch und Englisch)

In den 20er Jahren entwickelte sich Berlin in Zeiten extremer politischer Unruhen und wirtschaftlicher Not zu einem Ort großer künstlerischer Kreativität und gesellschaftlichen Umbruchs. In der Konfrontation mit fortbestehenden reaktionären Strukturen und Denkmustern lag die Ursache für eine beständige politische und soziale Destabilisierung, gleichzeitig aber auch der Motor künstlerischer Produktivität. 

In diesem Seminar sollen die wichtigsten Momente der kulturellen, künstlerischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen im Berlin der Weimarer Republik diskutiert werden.

Das Seminar richtet sich an Studierende aller geisteswissenschaftlichen Fachrichtungen. Die Seminarsprache ist vorrangig Deutsch, wobei sprachliche Schwierigkeiten berücksichtigt werden. Beiträge, Referate und schriftliche Arbeit können auch auf Englisch erfolgen.

Donnerstag

16:00-19:00

Raum 0323

A Taste of Berlin 

Linda-Rabea Heyden/Marie Schröer

(Co-Teaching/in English and German)

Essen ist Alltag und somit etwas Selbstverständliches oder gar Profanes, scheinbar nur Grundlage der physischen Existenz. Die Allgegenwärtigkeit des Themas täuscht leicht darüber hinweg, dass mit der schlichten Praxis der Nahrungsaufnahme vielfältige Diskurse und komplexe Zeichengefüge verknüpft sind: Was wo gegessen wird und wie gegessen wird, verweist auf Geschichte, Kultur und Selbstverständnis einer Region. Nationale und regionale Essgewohnheiten finden ihren sprachlichen Niederschlag in Redewendungen und Metaphern. Für Individuen wie Gruppen ist Essen Identitätsmarker und Distinktionsmittel – Symbolik, Ritualcharakter, Motive und Mythen des Speisens und der Speisen können als Zeichen gelesen und analysiert werden. Neben der Lektüre von Grundlagetexten zu theoretischen Konzepten der Kultur- und Sozialwissenschaft und Berliner (Ess-)Kultur, soll auch die Darstellung von Essen und den damit verbundenen Orten der Nahrungsaufnahme in Literatur (z.B. bei Döblin) Film (z.B. Good Bye, Lenin!), Kunst (z.B. Zille) und Comics (z.B. Mawil) untersucht werden. Um Sprachkompetenzen zu fördern, wird gezielt auf Speisemetaphern und Redewendungen in Literatur und Alltagssprache eingegangen. Die geistige Nahrung findet ihre Ergänzung in der praktisch-sinnlichen Erkundung von Stadt und Spezialitäten in gemeinsamen Ausflügen zu themenspezifischen Berliner Gaststätten und Museen (Currywurst-Museum).

 

Freitag
10:00-12:00

Raum 0323

Berliner Großstadterfahrungen: Literatur und Kultur der 1920er und 1930er Jahre

Dr. Stefanie Rinke

(in English and German)

Im Seminar geht es darum, das Berlin der 1920er und 1930er Jahre zu erforschen. Die zu dieser Zeit entwickelten Kulturpraktiken der Großstadt, wie Flanerie und die mit der consumer culture einhergehenden Techniken, werden erarbeitet und ausgewählte Literaturen und Filme der Zeit diesbezüglich analysiert und hinsichtlich der damaligen Orte und Lebenserfahrungen kontextualisiert. Um insbesondere die Verschränkung von Literatur sowie Film und Stadterfahrung insbesondere
Flanerie kennen zu lernen, setzt das Seminar auf eine Mischung aus Seminarsitzungen in der Universität, in denen Texte und zentrale Begriffe und Konzepte zur Berliner Literatur der 1920er und 1930er Jahre studiert werden, und Exkursionen in die Stadt. Die Lektüre der Texte und die Erarbeitung der zentrale Begriffe finden, wenn möglich, in deutscher
Sprache statt. Die Exkursion in englischer Sprache. Die Kurzreferate werden auf Englisch oder Deutsch präsentiert.