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Humboldt-Universität zu Berlin - bologna.lab - Neue Lehre. Neues Lernen

Humboldt-Universität zu Berlin | bologna.lab | Projekte des bologna.labs | Berlin Perspectives | Lehrveranstaltungen | Sommersemester 2015 | Berliner Großstadterfahrungen: Literatur und Kultur der 1920er und 1930er Jahre

Berliner Großstadterfahrungen: Literatur und Kultur der 1920er und 1930er Jahre

Unterrichtet von Dr. Stefanie Rinke

Freitag 10:00-12:00, Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0323-26

Kurs findet auf Deutsch und Englisch statt

Sprachliche Voraussetzungen: Englisch B2

Syllabus

Kursbeschreibung

Im Seminar geht es darum, das Berlin der 1920er und 1930er Jahre zu erforschen. Die zu dieser Zeit entwickelten Kulturpraktiken der Großstadt, wie Flanerie und die mit der consumer culture
einhergehenden Techniken, werden erarbeitet und ausgewählte Literaturen und Filme der Zeit diesbezüglich analysiert und hinsichtlich der damaligen Orte und Lebenserfahrungen kontextualisiert.
Um insbesondere die Verschränkung von Literatur sowie Film und Stadterfahrung insbesondere Flanerie kennen zu lernen, setzt das Seminar auf eine Mischung aus Seminarsitzungen in der
Universität, in denen Texte und zentrale Begriffe und Konzepte zur Berliner Literatur der 1920er und 1930er Jahre studiert werden, und Exkursionen in die Stadt. Zunächst wird es um die Angestellen- und Arbeiterkultur in der Großstadt gehen, welche vom Großstadtphänomen der Masse und der Menge bestimmt war. Aus der Erfahrung heraus, die
Menschenmenge zu beobachten, entwickelte sich die Kulturpraktik der Flanerie, die viele literarische und philosophische Texte hervorgebracht hat. Walter Benjamin etwa bezeichnete die Stadt als
„Interieur“, in dem es müßig zu flanieren gelte. Aber nicht nur der Straßenrausch erfuhr eine Kultuvierung, sondern auch die Konsum- und Modewelt, in der ebenfalls der Blick und das Gesehenwerden zentrale Kulturtechniken waren. Schließlich wird es um das Hotel und seine Funktion als Knotenpunkt der Kommunikation gehen, in dem Begegnungen zu Momentaufnahmen einer nie
endenwollenden Passage generierten (Siegfried Kracauer).
Die Lektüre der Texte und die Erarbeitung der zentrale Begriffe finden, wenn möglich, in deutscher Sprache statt. Die Exkursion in englischer Sprache. Die Kurzreferate werden auf Englisch oder Deutsch
präsentiert.

Literatur

  • Baum, Vicki, Menschen im Hotel, Köln 2007.
  • Benjamin, Walter, Der Flaneur, in: Ders., Gesammelte Schriften, Bd. I. 2, hrsg. von Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser, Frankfurt a. M. 1991, S. 537-569.
  • Benjamin, Walter, Berliner Kindheit um Neunzehnhundert, in: Ders., Gesammelte Schriften, Bd. IV.1, hrsg. von Tillman Rexroth, Frankfurt a. M. 1991, S. 235-304.
  • Hessel, Franz, Ein Flaneur in Berlin, mit zeitgenössischen Fotografien von Friedrich Seidenstücker, Berlin 1984.
  • Keun, Irmgard, Das kunstseidene Mädchen, nach dem Erstdruck von 1932, Berlin 2005.
  • Kracauer, Siegfried, Das Ornament der Masse: Essays, Frankfurt a. M. 1963.
  • Kracauer, Siegfried, Die Angestellten, 2. Aufl., Frankfurt a. M. 1971.
  • Kracauer, Siegfried, Straßen in Berlin und anderswo, Berlin 1987.
  • Simmel, Georg, Die Großstädte und das Geistesleben, in: Ders., Gesamtausgabe, Bd. 7: Aufsätze und Abhandlungen 1901-1908, hrsg. von Ottheim Rammstedt, Frankfurt a. M. 1995, S. 116-131.