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Humboldt-Universität zu Berlin - bologna.lab - Neue Lehre. Neues Lernen

A Taste of Berlin

Unterrichtet von Linda-Rabea Heyden/Marie Schröer

Donnerstag 16:00-19:00, Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0323-26

Kurs findet auf Deutsch und Englisch statt

Sprachliche Voraussetzungen: Englisch B2

Syllabus

Kursbeschreibung

Essen ist Alltag und somit etwas Selbstverständliches oder gar Profanes, scheinbar nur Grundlage der physischen Existenz. Die Allgegenwärtigkeit des Themas täuscht leicht darüber hinweg, dass mit der schlichten Praxis der Nahrungsaufnahme vielfältige Diskurse und komplexe Zeichengefüge verknüpft sind: Was wo gegessen wird und wie gegessen wird, verweist auf Geschichte, Kultur und Selbstverständnis einer Region. Nationale und regionale Essgewohnheiten finden ihren sprachlichen Niederschlag in Redewendungen und Metaphern. Für Individuen wie Gruppen ist Essen Identitätsmarker und Distinktionsmittel – Symbolik, Ritualcharakter, Motive und Mythen des Speisens und der Speisen können als Zeichen gelesen und analysiert werden. 

Neben der Lektüre von Grundlagetexten zu theoretischen Konzepten der Kultur- und Sozialwissenschaft und Berliner (Ess-)Kultur, soll auch die Darstellung von Essen und den damit verbundenen Orten der Nahrungsaufnahme in Literatur (z.B. bei Döblin) Film (z.B. Good Bye, Lenin!), Kunst (z.B. Zille) und Comics (z.B. Mawil) untersucht werden. Um Sprachkompetenzen zu fördern, wird gezielt auf Speisemetaphern und Redewendungen in Literatur und Alltagssprache eingegangen. Die geistige Nahrung findet ihre Ergänzung in der praktisch-sinnlichen Erkundung von Stadt und Spezialitäten in gemeinsamen Ausflügen zu themenspezifischen Berliner Gaststätten und Museen (Currywurst-Museum).

Literatur

  • Barthes, Roland (1981): Das Reich der Zeichen. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp (Edition Suhrkamp Neue Folge, Bd. 77).
  • Barthes, Roland (1982): Für eine Psycho-Soziologie der zeitgenössischen Ernährung. In: Freiburger Universitätsblätter 75, 65-73.
  • Barthes, Roland (1957): Mythologie. Paris.
  • Bourdieu, Pierre (2011): Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. [Nachdr.]. Frankfurt am Main: Suhrkamp (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft, 658).
  • Döblin, Alfred: Berlin Alexander Platz. DTV, 2011.
  • Fontane, Friedérique C. (1903): Wie man in Berlin zur Zeit der Königin Luise kochte. Ein gastronomischer Beitrag nach dem im Jahre 1795 niedergeschriebenen Aufzeichnungen von F.C. Fontane, geb. Werner. Berlin.
  • Greif, Mark (Hg.) (2012): Hipster. Eine transatlantische Diskussion. Berlin: Suhrkamp.
  • Grewe-Volpp, C.; Halfmann, U.; Reinhart, W. (2003): Erlesenes Essen: literatur- und kulturwissenschaftliche Beiträge zu Hunger, Sattheit und Genuss. Für Ulrich Halfmann. Narr.
  • Henderson, Heike (2004): “Beyond Currywurst and Döner: The Role of Food in German Multicultural Literature and Society” Glossen 20. Kimmich, Dorothee und Schamma Schahadat (Hrsg.) (2012): Essen. Zeitschrift für Kulturwissenschaften. Bielefeld.
  • Mawil: Restaurant or Kitchen. Berlin City Blog. Online.
  • Möhring, Maren (2014): „Food for Thought: Rethinking the History of Migration to West Germany Through the Migrant Restaurant Business.“ In: Journal of Contemporary History 49 (1), S. 209–227.
  • Osthus, Dietmar (2000), Metaphern im Sprachenvergleich: eine kontrastive Studie zur Nahrungsmetaphorik im Französischen und Deutschen, Frankfurt am Main.
  • Regener, Sven (2004): Berlin blues. London: Vintage.
  • Rudolph, Hedwig und Flicitas Hillmann (1998): „How Turkish ist he donar kebab? Turks in Berlin’s food sector”, Scottish Geographical Magazine, 114:3, 138-147.
  • Springer, Robert (1850): Berlin’s Straßen, Kneipen und Clubs im Jahre 1848. Berlin.
  • Wandt, Heinrich (1954): 700 Jahre Weinhandel in Berlin 1254-1954. Berlin.