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Humboldt-Universität zu Berlin - bologna.lab - Neue Lehre. Neues Lernen

Jüdische Kindheit und Jugend in Berlin von 1933 bis heute

Unterrichtet von/ Taught by Buser

Friday, 10:00 - 12:00, Hausvogteiplatz 5-7, Room 0323-26

Kurs findet auf Deutsch statt/ Course taught in German

 

Kursbeschreibung

Berlin war bis zur nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 die Hauptstadt eines lebendigen Judentums. Ehemalige Berliner Juden - heute die letzten ZeitzeugInnen - erinnern sich gerne an die Kinder- und Jugendzeit in der Hauptstadt, gleichzeitig aber auch an wachsende Ausgrenzung und Verfolgung. In der Lehrveranstaltung soll nicht nur den spezifischen Maßnahmen des NS-Machtapparates, sondern auch den vielfältigen Reaktionen der Kinder und Jugendlichen auf Antisemitismus und Vertreibung nachgegangen werden. Auf Grundlage von persönlichen Erinnerungen werden Berliner Orte dargestellt, an denen Kinder und Jugendliche während des NS lebten bzw. die mit spezifischen Erinnerungen der ehemaligen Berliner verbunden sind. Zudem sollen die Studierenden eigeninitiativ Fragen erarbeiten, die sich auf das Leben nach 1945 beziehen. Die Lehrveranstaltung schlägt einen Bogen in das Berlin des Jahres 2014 und möchte fragt, wie die heutige junge Generation in der Hauptstadt lebt. 

 

Zielgruppe und Lernziele

Das Seminar steht alle historisch interessierten Studierenden offen, die sich für den Themenkomplex Shoah, Erinnerung sowie jüdisches Leben in Berlin interessieren und über Grundkenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Ziel ist es, den historischen Blickwinkel zu erweitern und jüdische Kinder und Jugendliche, die den NS-Genozid überlebten, nicht nur als „passive Opfer“ darzustellen. Zentrale Perspektive ist die Erfahrungsebene der Verfolgten. Zudem soll ein Eindruck zum jungen jüdischen Leben in Berlin heute vermittelt werden. Die Lehrveranstaltung soll den Studierenden eine vielfältige Methodenkompetenz vermitteln und wird alternative Orte jüdischen Lebens damals und heute aufsuchen. Es werden eine regelmäßige, aktive Teilnahme, die Vorbereitung einer Seminarsitzung in Form eines Referates sowie die Ausarbeitung eines kurzen (ca. zwei bis drei Seiten) und langen Essays (ca. acht Seiten) erwartet. Auf dem Lehrplan steht der Besuch einer kostenpflichtigen Veranstaltung an (etwa 5 Euro). 

 

Literatur

  • Werner Angress, Generation zwischen Furcht und Hoffnung. Jüdische Jugend im Dritten Reich, Hamburg 1988.
  • Michael Brenner, Geschichte der Juden in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart : Politik, Kultur und Gesellschaft,  München 2012.
  • Christopher Browning, Remembering Survival. Inside a Nazi Slave-Labor Camp, W. W. Norton & Company 2010.
  • Claudia Curio, Verfolgung, Flucht, Rettung. Die Kindertransporte 1938/39 nach Großbritannien, Berlin 2006.
  • Thomas Geve,  Geraubte Kindheit ,  1993.
  • Patricia Heberer, Children during the Holocaust. Documenting Life and Destruction, Holocaust Sources in Context, AltaMira Press in association with the United States Holocaust Memorial Museum, 2011.
  • Yoram Hotam (Hrsg.), Deutsch-Jüdische Jugendliche im „Zeitalter der Jugend“, Göttingen 2009.
  • Joseph Walk, 1914-2005: Jüdische Schule und Erziehung im Dritten Reich, Frankfurt a. M. 1991. 
  • Michael Wildt/Christoph Kreutzmüller (Hrsg.), Berlin 1933-1945. Stadt und Gesellschaft im Nationalsozialismus, München 2013.