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Humboldt-Universität zu Berlin - bologna.lab - Neue Lehre. Neues Lernen

Berlin Histories, 1871 to 1990

Unterrichtet von Frank Beyersdorf

Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0323-26

Kurs findet auf Englisch statt

Sprachliche Voraussetzungen: Englisch B2

Kursbeschreibung

Durch das Prisma Berlins bietet dieser Kurs einen Überblick der deutschen Geschichte von der ersten bis zur zweiten Vereinigung der deutschen Länder in 1871 und 1990. Dabei erarbeitet wir uns analytische Konzepte wie Nationalismus, Industrialisierung und Klasse, Urbanisierung, Modernität, Zivilgesellschaft und Autokratie, Ethnizität und politische Leitideen des Liberalismus, Kommunismus, Faschismus sowie Wohlfahrts- und sozialistischem Staat.

Nach der Napoleonischen Besetzung erhielt Berlin den zweifelhaften Ruf, der provinziellste und am wenigsten glamouröseste Sitz eines Königshauses der europäischen Großmächte zu sein. Bismarck änderte dies für immer, als er Berlin als Hauptstadt des neuen Reiches auserkor, nachdem er die deutschen Länder durch ‚Blut und Eisen‘ einte und prussifizierte. Berlin wuchs zu einer wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und militärischen Metropole heran. Nach der Niederlage der Mittelmächte im ersten Weltkrieg, stürzte Berlin erst in einen blutigen Bürgerkrieg, um dann als Hauptstadt der ersten deutschen Republik wiederaufzuerstehen. Nachdem die Deutschen 1933 die Diktatur wählten, übernahmen die Nazis die Macht in Berlin und Deutschland und verübten Grausamkeiten in unvorhergesehenem Ausmaß.

1945 besiegten die Alliierten die Deutschen und besetzten Berlin, welches zunächst die Hauptbühne des kalten Krieges stellte. Die Spannungen zwischen den beiden Supermächten stellten einen surrealen Zustand her, in dem antagonistische Ideologien um Unterstützung auf engstem Raum in Berlin warben. Die DDR-Regierung zementierte die Teilung der Stadt durch die Errichtung der Mauer um die Westzone Berlins im Jahr 1961. Für fast dreißig Jahre symbolisierte die Mauer die Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland, wobei jedoch beide Staaten eine bemerkenswerte Stabilität entwickelten. 1989 rissen die Ostberliner die Mauer in einer friedvollen Revolution ein, die sowohl das Land als auch die Stadt vereinte.

Studierende aller Disziplinen sind willkommen, keine Kenntnisse der Geschichte sind erforderlich. Sie sollten über gute Englischkenntnisse verfügen. Angepasst an die Deutschkenntnisse der Studierenden, werden wir Schritt für Schritt versuchen, Teile des Kurses in Deutsch abzuhalten. Dieser Kurs wird von Diskussionen leben, was eine Durcharbeiten der Lektüre und eine aktive Teilnahme aller Studierende erfordert (40% der Note). Ein Kurzessay einer Quelle aus dem Landesarchiv Berlin muss eingereicht werden (10%). Zudem werden wir erste Versionen der Seminararbeiten untereinander austauschen, gegenseitig im Kurs präsentieren und diskutieren (10%). Die eigentliche Seminararbeit wird 40% der Note ausmachen. Sie sind verpflichtet, die Teilnahmebedingungen und den akademischen Ehrenkodex von Berlin Perspective einzuhalten.

 

Literatur

  • Fulbrook, Mary, A History of Germany, 1918-2008. Divided Nation, Wiley Blackwell3 2009.
  • GHI Washington, German History in Documents and Images, http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/.
  • Ladd, Brian, The Ghosts of Berlin Confronting German History in the Urban Landscape, Univ. of Chicago Press 1998.
  • Mazower, Mark, Dark Continent: Europe’s Twentieth Century, Penguin 1998.
  • Orlow, Dietrich, A History of Modern Germany: 1871 to Present, Pearson7 2012.
  • Rapport, Michael, Nineteenth-Century Europe, Palgrave Macmillan 2005.
  • Rubin, Eli eds. From the Grünen Wiesen to Urban Space: Berlin, Expansion, and the Longue Durée, Central European History (special issue) 47:2 (2014), 221-347.
  • Schoeps, Julius H. eds., Berlin: Geschichte einer Stadt, Bebra 2012.
  • Stöver, Bernd, Berlin: A Short History, C.H Beck 2013.