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Humboldt-Universität zu Berlin - bologna.lab - Neue Lehre. Neues Lernen

Einführung in die Post-DDR Literatur (Romane)

Unterrichtet von Cho, Yun Chu

Mittwoch, 10:00 - 12:00, Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0323-26

Kurs findet auf Deutsch statt

Sprachliche Voraussetzungen: Deutsch B2, Englisch B1

 

Kursbeschreibung

Dieser Kurs vermittelt den Teilnehmern einen Überblick über verschiedene Facetten
der Post-DDR Literatur. Besonders die Darstellungsweise in der Romanform als
Erinnerungsmedium wird näher betrachtet. Nachdem die geschichtlichen Hintergründe der
deutsch-deutschen Teilung und Wiedervereinigung erörtert wurden, wird ein Überblick über
die Aufarbeitung der Vergangenheit in der Post-DDR Literatur (Romane) geschaffen. Hier
werden besonders folgende Themenpunkte beleuchtet bzw. ausgearbeitet: Ein kleine
Einführung in die Wiedervereinigungs-Geschichte, Überblick Wendeliteratur, Einführung in
die Post-DDR Literatur, Ereignis „Wende“: Umschwung und Wandel der Wendezeit, Humor
und lakonischer Sprachgebrauch, Literarische Darstellung von Verlust und Ängsten,
Heimatbilder, (N)Ostalgie, Kollektives und kommunikatives Gedächtnis, Formen und
Funktionen des Schweigens in der Post-DDR Literatur, Berlin und die Mauer,
Vergangenheitsbewältigung, Aufarbeitung der Vergangenheit.
Neben dem Spaß an der Lektüre der Romane soll den Kursteilnehmern vermittelt werden, wie
die Erinnerung und Aufarbeitung von großen historischen Ereignissen passiert und was für
Fragestellungen auftauchen.
 

Methoden und Lernziele

Eine gründliche Lektüre der angegebenen Primärliteratur (bzw. Textstellen) wird für die
Lehrveranstaltung vorausgesetzt. In den Sitzungen soll an Hand der Post-DDR Literatur ein
Teil der neuesten deutschen Geschichte verstanden und rekonstruiert werden.
Semesterbegleitend wird etappenweise eine schriftliche Aufgabe im Themenbereich des
Kurses von ca. 10 Seiten auf Deutsch ausgearbeitet und zur Evaluierung eingereicht.
Auf der HU-Moodle Plattform werden die Texte und Diskussionspapiere der Studenten vorab
hochgeladen, so dass sich jeder Veranstaltungsteilnehmer auf die jeweilige Sitzung
vorbereiten kann.
 
An Hand der Lektüre verschiedener literarischer Textauszüge der Post-DDR Literatur sollen
die Kursteilnehmer ein umfangreiches Lesepensum erreichen. Die Ausarbeitung der Referate
auf Deutsch (DaF) und die Ausführung soll die Studenten auf die wissenschaftlichen Vorträge
ihrer weiteren akademischen Laufbahn vorbereiten. Die anschließenden Diskussionen sollen
ihnen die Angst vor freiem Sprechen über ein ihr bekanntes Thema im universitären Umfeld
nehmen. Die semesterbegleitende Schreibaufgabe soll die Studierenden mit der deutschen
Schriftsprache besser vertraut machen. Wünschenswert wäre das weiterführende Interesse der Studenten an der Post-DDR Literatur.
 

Voraussetzung und Leistungsanforderungen

Dieser Kurs richtet sich an alle Studenten, die sich für die Entwicklung und Tendenzen der
Post-DDR Literatur und besonders das Ereignis „Wende“ mit dem Hintergrund Berlin
interessieren und Spaß daran haben, Literatur mit interdisziplinären Gedanken anzugehen.
Für diesen Kurs werden Deutschkenntnisse für die Lektüre der Primär- und Sekundärliteratur
von B2 Niveau und Englisch auf B1 vorausgesetzt.
Eine regelmäßige Teilnahme an den Lehrveranstaltungen wird erwartet. Die Studenten sind
dazu aufgefordert, je ein (Gruppen-)Referat von 15 Minuten zu halten und eine anschließende
Diskussion zu führen. Dies und das Verfassen einer Seminararbeit im Umfang von ca. 10
Seiten ist für den Erwerb von ETCS-Leistungspunkten erforderlich.
 

Literatur

Primärliteratur (u.a. Auszüge):

  • Brussig, Thomas: Am kürzeren Ende der Sonnenallee (1999), wird vollständig gelesen, bitte (Buch) zum Semesteranfang vorbereiten.
  • Brussig, Thomas:Wie es leuchtet (2004).
  • Loest, Erich: Nikolaikirche (1995).
  • Schacht, Ulrich: Verrat. Die Welt hat sich gedreht (2001).
  • Schulze, Ingo: Simple Storys (1998).
  • Tellkamp, Uwe: Der Turm (2008).

 

Sekundärliteratur (Auszüge):

  • Assmann, Aleida: Geschichte im Gedächtnis (2007).
  • Brunner, Claudia und von Seltmann, Uwe: Schweigen die Täter, reden die Enkel (2006).
  • Erll, Astrid: Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen (2005).
  • Erll, Astrid and Nünning, Ansgar (Eds.): A companion to cultural memory studies (2010).
  • Erll, Astrid and Rigney, Ann (Eds.): Mediation, remediation, and the dynamics of cultural memory (2012).
  • Halbwachs, Maurice: Das Gedächtnis und seine sozialen Bedingungen (1985)
  • Handro, Saskia und Schaarschmidt, Thomas (Hrsg.): Aufarbeitung der Aufarbeitung. Die DDR im geschichts-kulturellen Diskurs (2011).
  • Helbig, Holger (Hrsg.): Weiter schreiben. Zur DDR-Literatur nach dem Ende der DDR (2007).
  • Jahrausch, Konrad H. und Michael Geyer: Zerbrochener Spiegel. Deutsche Geschichten im 20. Jahrhundert (2003).
  • Klinger, Judith und Wolf, Gerhard: Gedächtnis und kultureller Wandel. Erinnerndes Schreiben – Perspektiven und Kontroversen (2009).
  • Liermann, Susanne: Die Vermehrung des Schweigens. Selbstbilder später DDR-Literatur (2012).
  • Luhmann, Niklas und Fuchs, Peter: Reden und Schweigen (1989).
  • Lübbe, Hermann: Vom Parteigenossen zum Bundesbürger (2007).
  • Nibbrig, Christiaan L. Hart: Rhetorik des Schweigens. Über beschwiegene und historisierte Vergangenheiten (1981).
  • Noelle-Neumann: Die Schweigespirale (1980).
  • Wehdeking, Volker (Hrsg.): Mentalitätswandel in der deutschen Literatur zur Einheit (1990-2000)
  • Weinrich, Harald: Lethe. Kunst und Kritik des Vergessens (1997).
  • Welzer, Harald: Das kommunikative Gedächtnis. Eine Theorie der Erinnerung (2002/2011).