Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - bologna.lab - Neue Lehre. Neues Lernen

Aktuell

 

Zum Semesterprogramm des Sommersemsters 2018

Zum Semesterprogramm des Wintersemesters 2017/2018

 

 

Sommersemester 2018

 

Vorlesung

 

Das Meer in der Moderne. Zur Wissens- und Umweltgeschichte eines globalen Raumes

– Prof. Dr. Wilko Graf von Hardenberg

VL            Do           14-16 Uhr            wöch.           N.N.

Die Ozeane wurden im 19. Jahrhundert Instrument und Medium des Globalisierungsprozesses – nicht zuletzt aufgrund technischer Entwicklungen in Transport und Navigation, wie Dampfschiffe sowie großer Infrastrukturprojekte, wie die Kanäle in Suez und Panama und das erste transatlantische Telegraphenkabel. Zur gleichen Zeit entdeckte man das Meer auch als epistemisches Objekt. Die Arbeiten von u.a. Alexander von Humboldt, William Whewell, Matthew Fontaine Maury, Anton Dohrn und Ernst Haeckel gingen verschiedene Aspekte des Meeres wissenschaftlich an und rationalisierten graduell ihre Veränderlichkeit. In jüngster Zeit haben dann Debatten über den Anstieg des Meeresspiegels, die Versauerung der Ozeane, die Meeresverschmutzung und gravierende Umweltkatastrophen, ein weiteres Anwachsen der wissenschaftlichen Meeresstudien in einer Vielzahl von Disziplinen ausgelöst.

Ziel der Vorlesung ist es deshalb, den Studierenden einen Überblick über die Geschichte der modernen Meereskunde zu bieten, der ihnen ein besseres Verständnis der Verhältnisse zwischen den verschiedenen Teildisziplinen gewährleisten soll. Aber die Ozeane sind nicht nur Analyseobjekte, sondern auch Räume der Interaktion zwischen Mensch und Natur, die ganzheitlich beobachtet werden sollten. Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der maritimen Umweltgeschichte soll es den Studierenden ermöglichen, die jüngsten Anforderungen an den Erhalt und die nachhaltige Entwicklung der Ozeane mit deren historischer Dimension zu verbinden und mit ihrem eigenen Wissen zu kombinieren. Um dies zu ermöglichen, werden aktuelle Themen und Nachrichten während der Vorlesung historisiert und komparativ dargestellt. (AGNES Veranstaltungsnummer 840035ü)

Bitte beachten Sie, dass die Vorlesung am 21.06.2018 entfällt. Der Nachholtermin findet am Samstag, 23.6.2018 von 10-12 Uhr statt.

 

Seminare

 

Lebenswelten. Meeresbiologie im Anthropozän

- Prof. Dr. Wilko von Hardenberg -

SE            Mi           14-16 Uhr            wöch.      Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

Das Zeitalter des Menschen, das sogenannte ›Anthropozän‹, hinterlässt seine Spuren auf den Weltmeeren, indem es ihre Biodiversität radikal reduziert. Nicht nur der Klimawandel, der empfindlich in das Gleichgewicht der ozeanischen Ökosysteme eingreift und die dadurch verursachte Säurebildung, die die Korallenriffe zerstört, sondern auch das Überfischen, das Überjagen und die Plastikverschmutzung führen dazu, dass sich eine wachsende Anzahl von Meerestierarten am Rande des Aussterbens befindet. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich die Wahrnehmung des Meeres entsprechend verändert. Während es früher als eine fast unerschöpfliche Ressource und eine bodenlose Müllgrube angesehen wurde – als eine Art Puffer für die menschlichen Exzesse auf dem Land –, wird das Meer heute als ein bedrohtes Ökosystem wahrgenommen, das aktive und dringende Anstrengungen zur Erhaltung erfordert.

Das Seminar zielt darauf ab, einen historischen Ansatz mit einem besseren Verständnis der aktuellen Debatten in der Meereswissenschaft und der Meereserhaltung zu verbinden. Unser Fokus richtet sich insbesondere auf eine Parallele zwischen der Entwicklung der Meeresbiologie als Wissenschaft und der Evolution der anthropogenen Umweltveränderung seit dem 19. Jahrhundert. Außer Gastvorträgen, Lektüren und Diskussionen werden wir auch das Berliner Aquarium und das Museum für Naturkunde besuchen, um einen Blick hinter die Kulissen der meeresbiologischen Forschung zu werfen.

In Teamarbeit werden die Seminarteilnehmer*innen eine visuell überzeugende Zeitachse erstellen, die die parallele Entwicklung der Meeresbiologie, der Wahrnehmung von Veränderungen und der Erhaltungsbemühungen vergleichend darstellt. (AGNES Veranstaltungsnummer 840037ü)

 

Open Science

- Dr. Cornelia Weber, Dr. Katrin Vohland und Dr. Maike Weißpflug -

SE            Mi           14-16 Uhr            wöch.          N.N.

Unter dem Schlagwort ›Open Science‹ werden unterschiedliche Konzepte, Methoden, Strategien und Praktiken zusammengefasst, Wissenschaft offener, transparenter und zugänglicher zu machen. ›Open Science‹ unterstützt nicht nur die Arbeit von Wissenschaftler*innen, auch Laien erhalten die Möglichkeit, sich in die Wissensgemeinschaft einzubinden und den Wissenschaftsprozess aktiv mitzugestalten.

Ziel des Seminares ist es, Grundzüge und Werkzeuge offener Wissenschaft kennenzulernen und verschiedene Open Science-Ansätze in der wissenschaftlichen Praxis zu analysieren, zu reflektieren und diese an einem praktischen Beispiel konzeptionell umzusetzen. (AGNES Veranstaltungsnummer 840039ü)

 

Die Tiefsee in Wissenschaft und Fiktion

- Prof. Dr. Wilko von Hardenberg -

SE            Mi           16-18 Uhr            wöch.      Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

Die Alterität der Ozeane ist am extremsten in der Tiefe. Die Tiefsee, die 95% des Lebensraumes der Erde umfasst, ist weitestgehend unerforscht und wird oft wie ein anderer Planet dargestellt.

Das Hauptinteresse des Seminars besteht darin zu analysieren, wie sich die Darstellung der Tiefsee in Wissenschaft und Kunst im Laufe der Zeit geändert hat – und wie sich die Tätigkeiten der Wissenschaftler*innen und die Interessen der Geschichtenerzähler*innen gegenseitig beeinflusst haben. Besondere Aufmerksamkeit wird zentralen Momenten der Geschichte der Tiefsee-Erkundung (z.B. die ozeanische Expedition der HMS Challenger in den 1870er und der Bau des Tiefseetauchgeräts Trieste 1952) und deren langfristige Auswirkungen auf das Science-Fiction-Genre gewidmet.

Das Seminar beinhaltet Vergleichsanalysen von wissenschaftlichen Berichten und Auszüge aus der entsprechenden Literatur (z.B. Jules Vernes »20.000 Meilen unter dem Meer«) ebenso wie die Betrachtung von Dokumentar- und Kinofilmen (z.B. »The Blue Planet« der BBC und James Camerons »Abyss – Abgrund des Todes«). Welche Wechselwirkungen gab es zwischen Wissenschaft und Literatur/Kino? Wie wurden die Tiefen der Ozeane dargestellt, bevor man diese tatsächlich erforschen konnte? Wie hat sich unsere Wahrnehmung der Alterität der Tiefsee geändert?

Expert*innen spezifischer Aspekte der Geschichte der Tiefsee-Ozeanographie sind ins Seminar eingeladen. Zudem werden wir das Berliner Aquarium und das Museum für Naturkunde besuchen, um zu erörtern, wie die Idee der Tiefsee dem großen Publikum zugänglich gemacht werden kann. (AGNES Veranstaltungsnummer 840038ü)

 

Moorwandel: Storytelling für den Spreewald

– Anne Dombrowski, Dr. Bettina König, Anett Kuntosch, Prof. Myriel Milicevic, Dr. Alexandra Toland, Lukas Wortmann

SE            Do           12-14 Uhr            wöch.        Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0323-26

Anhand des Biosphärenreservats Spreewald stellen wir im Seminar eine Kulturlandschaft vor, die zunehmend verloren geht. Erste Lösungsideen für eine nachhaltige Zukunft existieren bereits, sie brauchen aber kreative Formen der Kommunikation, um das noch nicht Sichtbare für Anwohner*innen und Touristen sichtbar zu machen. Diesem Sichtbarmachen von Zukunftspotential – fernab idealtypischer Vorstellungen vom Spreewald – wollen wir uns ein Semester lang widmen. Um Prozesse des Wandels an verschiedene Zielgruppen zu vermitteln, wollen wir das Potenzial des Storytellings als Methode der Nachhaltigkeitskommunikation nutzen. Dabei werden wir selbst forschend und kreativ tätig und entwickeln in interdisziplinären Teams auditive und visuelle Formate wie etwa Hörspiele oder Podcasts. Lokale Akteure aus Naturschutz, Tourismus und Energie diskutieren dafür mit uns vor Ort ihre Zukunftsszenarien in der Kulturlandschaftsentwicklung.

Unter wissenschaftlicher und künstlerischer Leitung kommen im Seminar Studierende der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften mit Studierenden des Produkt-, Kommunikations- und Interface Designs zusammen. Das Lehrangebot bietet sowohl Einblick in ein laufendes Forschungsprojekt an der HU – im Rahmen des BMBF geförderten und am IRI THESys angesiedelten Projekts ginkoo – wie auch die Möglichkeit zum Experimentieren jenseits gängiger Wissenschaftspraxis. Zum Programm gehören u. a. eine eintägige Exkursion in den Spreewald, methodische Anleitung und Werkstatttreffen sowie die Abschlusspräsentation der Ergebnisse.

Das Seminar ist eine Kooperation zwischen der Humboldt-Universität zu Berlin, der Fachhochschule Potsdam und der Bauhausuniversität Weimar. (AGNES Veranstaltungsnummer 840046ü)

 

Das Designobjekt in der Zeit des Staatlichen Bauhauses: Zur Kulturtheorie eines modernen Entwurfsparadigmas

- Tiago da Costa e Silva -

SE            Do           14-16 Uhr            wöch.      Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

Wie lässt sich aus einem Designobjekt Erkenntnis gewinnen, wenn man dieses Objekt aus unterschiedlichen Fachrichtungen betrachtet und untersucht? Wie lassen sich aus der Untersuchung des Bauhaus-Paradigmas Elemente für eine tiefgreifende Reflexion über Kultur ableiten? Das Seminar zielt auf die Übertragbarkeit und Unterscheidbarkeit von Wissensformen bezüglich des Bauhaus-Paradigmas und dessen Designobjekte ab, die durch die aktive Untersuchung aus unterschiedlichen Disziplinen gewonnen werden können. Konkret geht es um die Untersuchung des ›Designobjekts‹ als Katalysator des ausgeprägten und charakteristischen Paradigmas, das am Bauhaus wirksam war: das Paradigma der Idee-Synthese. Betrachtet man das Phänomen ›Bauhaus‹ aus dieser Sicht, ergibt sich eine tiefgreifende Reflexion von humanistischen Ansichten und Werten, also eine Reflexion, die sehr aktuell ist und insbesondere im 21. Jahrhundert dringend thematisiert werden muss.

Das Seminar ist in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase werden wir die Vielfältigkeit des ›Designobjekts‹ des Bauhauses aus verschiedenen Blickwinkeln untersuchen. Dafür werden wir systematisch ausgewählte Texte lesen und vorbereiten, ausgewählte ›Designobjekte‹ (dreidimensionale Objekte, Plakate, Fotografien, Filme, usw.) untersuchen und analysieren, sowie interdisziplinäre Ausrichtungen thematisieren, die während des Seminars in Erscheinung treten. In der zweiten Phase übernehmen die Studierenden die Diskussion gemäß ihren Interessen, Fachrichtungen und Spezialitäten. Somit bereiten sich die Studierenden auf die Konzeption ihrer Poster und auf die geplante Präsentation vor.

Das Seminar ist fachübergreifend und richtet sich an alle Studierende, die an der thematischen Interdisziplinarität Interesse haben und sich je nach fachlichen Schwerpunkten und Hintergründen einem speziellen Aspekt der Seminarthematik annähern und diesem nachspüren wollen. Ziel des Seminars ist eine gemeinsame interdisziplinäre Posterpräsentation. (AGNES Veranstaltungsnummer 840043ü)

 

Zur Kulturgeschichte des Studierens

- Dr. Karrin Klinger -

SE            Do           14-16 Uhr            wöch.      Georgenstraße 47, Raum 4.30

Fragt man nach wissenschaftlichen Praktiken, geraten zuerst Forschen und Lehren in den Fokus, doch auch die Aneignung der Wissensbestände und Wissenspraktiken bedarf gewisser Strategien – Studieren will gelernt sein. Eine Ratgeberliteratur reagierte bereits im 19. Jahrhundert auf diesen Bedarf und offerierten eine Hodegetik (von griechisch: der Weg, oder die Lehre von der Wegweisung), Regeln zum Lernen, als Gegenpart zur Didaktik, den Regeln des Lehrens. Diese Studienführer definierten nicht nur Kriterien zur Studieneignung, sondern gaben praktische Hinweis zu allem was das Studieren selbst betraf. Studieren war an spezifische Dinge gebunden, die als Medien epistemische Objekte und Artefakte sowohl Ausgangspunkte als auch Resultate des Studierens als wissenschaftliche Praktik sind. Ein Beispiel sind die in der historischen Sammlung der Universitätsbibliothek überlieferten Kollegien- oder Kolleghefte. Diese enthalten fein säuberlich geschriebene Zusammenfassungen von Vorlesungen, die unter den Kommilitonen zirkulierten und so zu Vor- und Nachbereitung dienten. Die Regeln für solche Aufsätze wurden in den Ratgebern ausführlich besprochen.

Das sammlungsbezogene Seminar wird die in der Historischen Sammlung der Universitätsbibliothek der HU überlieferte und digitalisierte Sammlung an Kollegheften zum Ausgangspunkt nehmen, um praxistheoretisch der Geschichte des Studierens an der Berliner Universität nachzugehen. (AGNES Veranstaltungsnummer 840041ü)

 

Zwischen Land und Meer. Küsten, Messungen, Darstellungen

- Prof. Dr. Wilko von Hardenberg -

SE            Do           16-18 Uhr            wöch.      Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

Küsten sind die Schnittstellen, wo Land und Wasser sich treffen. Als solche sind sie seit jeher die erste Umgebung der Interaktion der Menschen mit dem Meer. Küsten sind aber wegen der Gezeiten auch ständig im Wandel, und es ist nicht immer einfach zu definieren was Land und was Meer ist.

Die Wahrnehmung dieser Gebiete hat sich außerdem in der späten Neuzeit aufgrund neuer wirtschaftlicher, politischer und kultureller Bedingungen deutlich geändert. Küstengebiete haben sich weit über die Bedürfnisse von Handel und Fischerei hinausentwickelt und beinhalten nun ganz neue Dimensionen der gegenseitigen Einwirkung, die von gemütlichen Badeferien und sportlichen Herausforderungen über die Intensivierung der Ressourcenextraktion bis hin zur Territorialisierung des Meeres in Form von nationalen Ansprüchen und internationalen Verträgen reicht.

In diesem Seminar werden wir die Entwicklung der Darstellung, Messung und Wahrnehmung von Küstengebieten in Kartographie, Wissenschaft und Kunst seit dem 18. Jahrhundert analysieren – durch den Vergleich von Karten, Fotos, Gemälden, anderen Medien sowie dem Lesen von historischen und kritischen Beiträgen. Die zentralen Fragen der Lehrveranstaltung lauten: Wie hat sich das Verhältnis der Menschen mit den Küsten historisch verändert? Welche Wechselwirkungen hat es dabei zwischen den verschiedenen Disziplinen gegeben? Wie können wir Küsten im Zeitalter des Meeresanstiegs neu wahrnehmen?

Die Ergebnisse der gemeinsamen Diskussion und die Meinungen der Studierenden zu spezifischen Themen sollen regelmäßig in einem Kurs-Blog veröffentlicht werden. (AGNES Veranstaltungsnummer 840036ü)

 

The History of Medicine of the Global Subaltern

- Dr. Edna Bonhomme -

SE            Fr           10-12 Uhr            wöch.      Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

In the history of medicine, disease and therapeutics have often been explored from the perspective of elites or with a primary focus on theory. Yet, more can be done to consider the ways that medical practices are shaped by historical material forces, including but not limited to the conditions and modes of (re)production.

In this seminar, we will consider how the environment, political economy, and social structures provide a gateway for materia medica. By focusing on materials, this seminar will give an overview of how disease, medicine, and therapeutics have shifted from 1750 until 2000. Spanning a range of disciplines, geographies, and time periods, students in the course will explore recent scholarship that critically engages with disease and healing especially as it relates to imperialism, mapping, race, gender, and sexuality. We will center the subaltern as knowledge producers and examine the shifting and dynamic approaches to therapeutics in Africa, Asia, Latin America, and the Middle East. The term ›subaltern‹ – as adopted by Antonio Gramsci and then popularized by South Asian scholars – offers a critical theory that uncovers the dynamic, dialectic, and material conditions that non-Western people have embodied. Meditating on materials, in a broad sense, can lead to a humanistic and grounded approach to historical materialist perspectives on disease and medicine. How do botany and instruments shape medicine? How do notions about sex and sexuality get incorporated into medicine? How has indigenous medicine been used by colonial regimes?

Students will be expected to interpret a range of textual and physical materials including but not limited to film, oral history, homeopathic treatments, instruments, and the body. Given that students will be working with primary sources, the themes and approach will be beneficial for those in the humanities, social sciences and natural sciences. (AGNES Veranstaltungsnummer 840044ü)

 

Hair

- Kelly Lloyd -

SE            Blockveranstaltung am 12./13. Mai und 2./3. Juni     Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

How is ritualized shaving practiced in religions as diverse as Hinduism, Buddhism, Judaism and Christianity? What can our natural hair tell us about our ancestors, and what climates and environments they encountered? How can we better understand the election of Donald Trump and the defeat of Hillary Rodham Clinton by looking at their hair?

This discussion-based seminar focuses on hair as our object of inquiry. Moving through such disciplines as art history, literature, genetics, religion, social psychology and popular culture studies, we will examine how hair is simultaneously so powerful that it can serve as a beacon to other people from a sub-culture, so representative that we must wrestle with our identity while we straighten, tease, perm, curl, cut and style it, and so basic that we can all relate to »bad hair days«.

This course approaches hair in a manner that is actively intersectional. Through an interdisciplinary methodology, this course aims for an inquiry that is expansive, generous, and non-exhaustive. Because hair is heavily coded in gender and race terms, one of our objectives is to deconstruct this and look at the subsequent performances of identity through an actively feminist and anti-racist lens.

Lectures, readings and discussions will be in English. (AGNES Veranstaltungsnummer 840045ü)

 

Fiktionale Evidenz? Zur Frage des Zusammenhangs von Wissensproduktion und Gestaltung. Eine Einführung am Beispiel der Morphologie

– Kathrin M. Amelung und Prof. Dr. John Nyakatura –

SE            Blockveranstaltung am 23.06. und 24.06.2018   Campus Nord, Philippstr. 12/13, Haus 2, EG

Wissenschaftliche Evidenz und Fiktionen scheinen auf den ersten Blick zwei völlig getrennten Bereichen anzugehören: Wissenschaftliches Wissen wird meist mit Fakten, Fiktion mit gestalterischer Kreativität gleichgesetzt. Daher schließen sich – auf den ersten Blick – beide Bereiche wechselseitig aus.

Dass Fiktionen nicht nur historisch eine eigene Rolle in der Erkenntnistheorie der Naturwissenschaften gespielt haben, sondern auch ein integraler Bestandteil aktueller wissenschaftlicher Forschungen sind, denen gerade im Zeitalter bildgebender Verfahren und Bildbearbeitungsprogramme eine ganz eigene Relevanz zukommt, möchten wir in diesem Seminar herausstellen. Der Zusammenhang wird dabei am Beispiel der Morphologie thematisiert und versteht sich als ein Einstig in die Thematik der eigenständigen Erkenntniskraft gestalteter Bilder in der Naturwissenschaft.

Die Veranstaltung ist interdisziplinär angelegt und wird durch die Dozenten John A. Nyakatura (Biologie / Bildwissenschaft) und Kathrin M. Amelung (Kultur- und Medienwissenschaft) vertreten. Im Zentrum des Seminars stehen sowohl theoretische als auch praktische Auseinandersetzungen mit dem Thema.
Es wird vorausgesetzt, dass sich die Seminarteilnehmer*innen mit den Texten des Seminars, vor Beginn des Blockseminars eingehend auseinandergesetzt haben. Des Weiteren wird erwartet, dass die Teilnehmer*innen mit einem Referat zum Gelingen des Seminars beitragen.
Auf Grund räumlicher und inhaltlich-praktischer Gegebenheiten ist die Teilnehmerzahl auf 15 Personen begrenzt.

 

Workshop

 

Ausstellung der sieben Meere

- Prof. Dr. Wilko von Hardenberg -

SE            Block, Einführungstermin 29.5., 18-20 Uhr    Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

In einem im Jahre 1918 veröffentlichten Museumführer heißt es: »Das Museum für Meereskunde hat die Aufgabe, durch seine Sammlungen Sinn und Verständnis für das Meer und seine Erscheinungen, die Hilfsmittel seiner Erforschung, den Reichtum seines Lebens und dessen wirtschaftlichen Wert sowie für die volkswirtschaftliche und nationale Bedeutung von Schifffahrt, Seeverkehr und Seemacht in weitesten Kreisen unseres Volkes anzuregen und zu verbreiten.«

Dieses Museum entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Institut der Universität zu Berlin und bestand bis zum Zweiten Weltkrieg. Ein Teil seiner Sammlungen ging während des Krieges verloren, während andere Stücke unter einer Vielzahl von Institutionen verstreut wurden. Ein bedeutender Teil der Navigationsausstellung befindet sich heute im Deutschen Technikmuseum in Berlin.

Dieser Workshop lädt die Studierenden dazu ein, die Geschichte des Museums kritisch zu analysieren und Vorschläge zu machen, wie ein modernes transdisziplinäres Meeresmuseum aussehen sollte.

Die geplante Zusammenarbeit mit dem Archiv der HU soll es den Teilnehmer*innen ermöglichen, Dokumentationen einzusehen und zu erforschen, die vom Museum für Meereskunde und von dem angeschlossenen Hochschulinstitut erstellt wurden. Die Forschung und Diskussion über die ursprüngliche Aufgabe des alten Museums werden dazu beitragen, einen gemeinsam vereinbarten Zweck für ein neues Museum zu entwickeln.

Die Arbeit wird in Gruppen stattfinden und von den Diskussionen in den Seminaren inspiriert. Teilnehmer*innen werden Objekte für eine virtuelle Ausstellung bestimmen und die Auswahl gemeinschaftlich diskutieren. Geplant ist auch die Diskussion mit einer Expertin des Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. (AGNES Veranstaltungsnummer 840042ü)

 

 

 

Wintersemester 2017/2018

 

Vorlesung

 

Wissensmodelle. Gestaltetes ›Know-How‹

– Prof. Dr. Andreas Wolfsteiner

VL            Do           14-16 Uhr            wöch.           Dorotheenstr. 26, Raum 207

Eine systematische Erforschung dessen, was ein Modell sei, findet – außerhalb der Mathematik – erst ab dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts statt (Stachowiak). Dies ist insofern bemerkenswert, als das Bedeutungsspektrum des Terminus vom Modell des Malers über miniaturisierte Architekturen und schematische Vorlagen für technische Konstruktionen bis hin zu simulierten Klimamodellen und hoch abstrakten Theoriegebäuden reicht. Modelle weisen dabei nicht selten theatrales, performatives oder szenisches ›know how‹ auf (Müller): Sie sind Vorlagen, Nachahmungen oder auch prognostische Instrumente zur Darstellung epistemisch relevanter Sachverhalte – und bleiben doch vielfach von Theorien oder technischen Mittlern ununterscheidbar (Mahr). Aufgrund der weitgehenden Ausständigkeit einer kulturhistorisch informierten Theorie zum Zusammenhang von Modell und Wissen sowie von Modell und Denken soll im Rahmen dieser Vorlesung ein Überblick über die grundlegenden Schriften zu diesem Problem seit den 1970er Jahren gegeben und deren wissen(schaft)sgeschichtliche Relevanz erörtert werden. Zu einzelnen Sitzungen des Vorlesung werden Sachverständige aus unterschiedlichen Disziplinen eingeladen, um in Podiumsdiskussionen mit den Studierenden über Muster der Gestaltung von Modellen, deren Entstehung sowie deren Relevanz zu diskutieren. (Agnes Veranstaltungnr. 840023ü)

 

 

Seminare

 

Sammlungen an der Humboldt-Universität: Theorien und Fallstudien

- Dr. Jochen Hennig -

SE            Mi           12-14 Uhr            wöch.      Sophienstraße 22a, Raum 2.04/2.05

Im Tieranatomischen Theater der HU wird derzeit ein „Sammlungsschaufenster“ vorbereitet, das Objekte aus den unterschiedlichen Universitätssammlungen an einem Ort versammeln und präsentieren soll. Das Konzept sieht vor, die Objekte nach sammlungswissenschaftlichen Kategorien anzuordnen. Dabei wird beispielsweise der Frage nachgegangen, wann Sammlungen in einzelnen Fächern einen besonders hohen Stellenwert besaßen, wann sie ihn ggfs. verloren haben und ob es Phasen der Wiederentdeckung und Umdeutung gab. Eine andere Kategorie ist das Verhältnis von Einzelobjekten und Objektserien: In welchen Sammlungen stehen einzelne Dinge für sich und wann erhält ein Objekt erst als Teil eines Sammlungszusammenhangs seine Bedeutung? Das Sammlungsschaufenster bildet einen konzeptionellen Fluchtpunkt, um derartige Perspektiven zu bündeln. In einem Zusammenspiel von Textlektüren und Sammlungsbesuchen ergänzen sich theoretische Reflektionen über das Sammeln und das Kennenlernen verschiedener Sammlungen an der Humboldt-Universität zu Berlin. (Agnes Veranstaltungsnr. 840030ü)

 

Sammlungen in Berlin: Bestände, Akteure, Netzwerke

- Dr. Cornelia Weber und Dr. Patricia Rahemipour -

SE            Mi           14-16 Uhr            wöch.          Dorotheenstr. 24, Raum 2.402

Berlin verfügt über eine einzigartige Sammlungslandschaft. Dazu gehören nicht nur Museen, sondern auch Sammlungen von wissenschaftlichen Einrichtungen. Im Seminar möchten wir an ausgewählten Beispielen erörtern, wie und warum Sammlungen und Museen in Berlin entstanden sind, welche Akteure maßgeblich bei der Etablierung von Sammlungsbeständen beteiligt waren und welche Netzwerke einen Einfluss auf das Zusammenspiel von Sammlungen und Akteuren genommen haben. (Agnes Veranstaltungsnr. 840028ü)

 

Das Afrika-Zimmer: Zum Umgang mit privaten Nachlässen der Kolonialzeit

- Brenda Spiesbach und Lotte Thaa -

SE            Mi           18-20 Uhr            wöch.      Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

Nachdem die Beteiligung Deutschlands am globalen Projekt Kolonialismus/Imperialismus lange »vergessen« beziehungsweise klein geredet wurde, erfuhr sie in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit. Die große Sonderausstellung im Deutschen Historischen Museum (DHM) 2016/2017 ist eines der prominentesten Beispiele für diese Entwicklung. Ebenso lässt sich die größere Sichtbarkeit von post-/anti-kolonialen Projekten und Initiativen dazurechnen.

Im Seminar wollen wir das Thema auf der Ebene privater Nachlässe behandeln. Anhand des Nachlasses von Willy Klare (Landschaftsgärtner und Kaufmann aus Dresden, der zwischen 1907 und 1914 eine Kakaoplantage auf Fernando Poo, im heutigen Äquatorialguinea, verwaltete) loten wir gemeinsam aus, wie mit einem privaten kolonialen Nachlass umgegangen werden kann/soll.

Um ein möglichst diverses Meinungsbild über Objektzugänge zu erfassen, wollen wir mit verschiedenen Akteuren und Expert*innen sprechen: aus dem Ethnologischen Museum, dem Museum für Naturkunde und vom Colonial Neighbours Archive der Savvy Contemporary. Gemeinsam mit Anne Schönharting (Fotografin und Urenkelin von Willy Kare) werden Recherchen zu verschiedenen Objektgruppen angestellt und in den historischen Kontext eingebettet. Ziel des Seminars ist es, einen Leitfaden zum Umgang mit kolonialen Nachlässen zu erstellen. Dieser speist sich aus den Gruppenarbeiten und soll die Ergebnisse in Form von Text, Audio oder Video auch anderen zugänglich machen.

Da wir historische Grundkenntnisse der deutschen bzw. europäischen Kolonialgeschichte voraussetzen, empfehlen wir als Einstieg und Grundlage für das Seminar:

  • Conrad, Sebastian: Deutsche Kolonialgeschichte, München 2016.

(Agnes Veranstaltungsnr. 840034ü)

 

Szenariomodelle. Zum Entwurf von Zukünften

– Prof. Dr. Andreas Wolfsteiner

SE            Do           16-18 Uhr            wöch.        Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

Wenn gegenwärtig die Rede von Szenarien ist, dann wird damit in der Regel ein mehr oder weniger komplexer Modellbegriff gleichsam mit angesprochen. Der Verzahnung von Szenario und Modell wird im Rahmen des Seminars anhand prägnanter historischer Beispiele nachgegangen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert kommt im deutschsprachigen Raum (aus dem Französischen abgeleitet) einerseits der Begriff der ›Inszenierung‹ etwa genau dann auf, wenn auch im Militärwesen Praktiken der ›mise en scène‹ zu Vorlagen der Manöverplanung werden. Das was nun »in die Scene gesetzt« wird (August Lewald), gehorcht ab diesem geschichtlichen Abschnitt veränderten ›pattern‹ der Zeitwahrnehmung. Wenn andererseits heute von ›Szenarien‹ die Rede ist, dann sind damit nicht nur Sequenzen fiktiver Geschehnisse gemeint: Vielmehr geht es oftmals um recht konkrete Klima-, Wirtschafts- und Kriegsszenarien. Infolgedessen lautet die zentrale Frage der Lehrveranstaltung: Wie werden anhand von Szenarien multiple Zukünfte mathematisch und statistisch modelliert? Vertreter*innen der sogenannten ›Szenario-Methode‹ aus Klimaforschung, Logistik, Militär und Theater sollen im Rahmen der Veranstaltung dazu beitragen, die heute gängigen Methoden des Entwurfs von Zukünften zu erörtern. (Agnes Veranstaltungnr. 840024ü)

 

Spielmodelle. Schemata und Strukturen in ›Games‹ und ›Plays‹

– Prof. Dr. Andreas Wolfsteiner

SE            Fr           10-12 Uhr            wöch.         Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

Ob nun auf der Bühne Spielshowformate des Fernsehens nachgestellt werden oder Zuschauer von Performances zu Akteuren in Computerspielen geraten; ob in aktuellen Live Action Role Plays (LARP) die Teilnehmenden ihre Figur auch physisch darstellen oder US-amerikanische Zivilisten den Bürgerkrieg nachspielen: Für solche und ähnliche Phänomene, bei welchen das Spiel zum Modell des Alltagshandelns avanciert, ist der Begriff der ›Gamification‹ geprägt worden. Gerade der tiefgreifende Einfluss von Computerspielen auf alltägliche Arbeitspraktiken ist im Rahmen des Seminars von Interesse. Nicht nur soll hier die Modellfunktion spielerischen Tuns (zwischen militärstrategischer Planung, Zukunftssimulation und kultureller Inszenierung) in den Blick genommen werden, auch soll im direkten Umgang mit (digitalen) Spielen das kulturelle Modell einer ›Gamification of Life‹ kritisch hinterfragt werden. Im Laufe des Seminars werden Spielanordnungen wie ›Escape Room‹, ›Lasertag‹ und ›Jugger‹ live erprobt. (Agnes Veranstaltungnr. 840025ü)

 

Der Mensch als Objekt: Eine Wissensgeschichte menschlicher Überreste in Sammlungen und Ausstellungen, ca. 1600 bis heute

- Dr. Stephanie Neuner -

SE            Fr           10-12 Uhr            wöch.      Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0323-26

Als Sammlungs- und Ausstellungsobjekte haben menschliche Überreste seit den Kunst- und Wunderkammern der Frühen Neuzeit hinsichtlich Bedeutungszuschreibung, Präsentation und Nutzung stetig Transformationen erfahren. Heute kennen wir sie vor allem auch als Ausstellungsstücke in medizinhistorischen Museen, wo sie dem Betrachtenden auf den ersten Blick kaum mehr preisgeben als die Morphologie einer fixierten Körperstruktur; unsichtbar bleiben für uns ad hoc weitestgehend jene Identitäten, Praktiken und Handlungsräume, die sich im Laufe ihrer Objektbiografie in sie eingeschrieben haben.

Das Seminar will diesen verdeckten, vielfach überschriebenen und auch verloren gegangenen Geschichten menschlicher Überreste (vornehmlich aus dem Bereich der Medizin) auf die Spur kommen. Dabei sollen ganz unterschiedliche – medizin- und wissenschaftsgeschichtliche wie auch sozialgeschichtliche, ethnologische oder anthropologische – Fragestellungen in die Objektarbeit einfließen. Das Seminar möchte Raum für ungewöhnliche, explorative Herangehensweisen an die Objekte bieten, deren Bandbreite von krankhaft verformten Skeletten und missgebildeten Embryonen über kunstvoll präparierte Organe und Gefäßsysteme zu Schädeln kolonialer Provenienz reicht. Neben dem Fokus darauf, die Objekte »zum Sprechen zu bringen«, werden Strategien diskutiert, unser Objektwissen im Ausstellungsraum praktisch zu vermitteln. Wir wollen zudem insbesondere auf die ethisch-rechtlichen Problemlagen beim Umgang mit menschlichen Überresten eingehen und die sich daraus ergebenen Herausforderungen an die aktuelle Sammlungs- und Ausstellungsarbeit reflektieren.

Das Seminar beinhaltet die Arbeit mit Sammlungsobjekten primär aus den Beständen des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité sowie einschlägigen Objekten aus universitären wie außeruniversitären Sammlungen. Expertengespräche, wie z.B. mit der Präparatorin des Berliner Medizinhistorischen Museums sind vorgesehen. Die im Seminarverlauf individuell und kollaborativ erarbeiteten Objektbiografien sollen öffentlich präsentiert werden. (Agnes Veranstaltungsnr. 840033ü)

 

Visualizing Mind: A Seminar on Speculative Graphics and Epistemology

– Dr. Alan Prohm

SE            Fr           10-12 Uhr            wöch.    Georgenstr. 47, Raum 3.30

The ancient desire to know (or master or expand) the mind through visualizing it finds encouragement today in exciting new insights and technologies. At the same time that contemporary cognitive neuroscience has given dramatically new form to our understanding of mind, and hence of ourselves, new technologies and regimes of visualization have emerged to render these forms visible in unprecedented ways. What is emerging at this stunning convergence of mind science and visualization technologies? What can we learn by »seeing« the organ we think with? What projects and practices have emerged in history and different cultures to attempt this? What about mind could possibly allow it to be visualized, and what can the status of such a visualization be? How do thought, language and image relate in this enterprise? What makes a visualization good and what impact can a good or bad visualization have?
 
In this course we will study the visualization of mind as a topic in visual culture, a genre connecting ancient Hindu and Buddhist diagramming practices, classical and renaissance memory architectures, the metaphors of poets, the sketches and constructions of artists, the models of philosophers and psychologists, the architectures of conceptual gamers, and the latest science-fiction visions of our mind today, challenged and expanded by new augmented and virtual realities. In surveying this field of projects and practices, we will also be studying visualization as a topic in the history of science, as an instrument of knowledge production increasingly central to developments in many fields. In the study of mind, and of different minds, we find visualization encountering its greatest epistemological challenge, and consider the radical claim that self-knowledge, the aim of all philosophy, can only be achieved through self-perception, that the evolution of mind lies in the hands of its visualizers.
 
This course is meant for all students of ideas, science, art, design, media, programming, philosophy, psychology, anthropology and visual culture. Course sessions will consist of lectures, readings, critical analysis of visualizations, sketching and concept proposals for visualization projects. Invited guests will deepen our encounter both with mind and with practices of visualization. Final work will be gathered in a collective publication. Visualization skills (analog or digital) are very welcome but not a requirement. Lectures are in English, readings and discussions in English and German. (Agnes Veranstaltungnr. 840031ü)

 

Datenmodelle. Programmieren in der Entwicklungsumgebung ›processing‹

– Prof. Dr. Andreas Wolfsteiner

SE            Fr           12-14 Uhr            wöch.        Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

Der Umgang mit und die Analyse von Daten sind heute wichtiger denn je, weshalb in dieser Übung ein praktischer Zugang angeboten wird. Die Programmiersprache ›processing‹ ist ein Dialekt von Java und findet gerade in Kontexten der Medienkunst breite Anwendung – etwa bei der Handhabung von Video- und Bilddaten. Ben Fry und Casey Reas haben die objektorientierte Entwicklungsumgebung im Jahre 2008 am MIT für die Anwendung in Grafik, Simulation und Animation erstellt. Der Schwerpunkt aller Seminaraktivitäten ist das Ausprobieren eigener Programme zur Modellierung und Darstellung von z.B. Geo-, Klima- oder Wirtschaftsdaten. Dabei werden alle notwendigen Schritte durchlaufen: von der Informationssammlung über die Konzeption bis hin zur Codierung eines prototypischen Modells. Neben den vermittelten Programmiergrundlagen gewährt die Lehrveranstaltung Einblicke in die Praxis der Veranschaulichung abstrakter Datensätze – nicht zuletzt mit dem Zweck, die verwendeten Prozeduren, Technologien und Verfahren auch kritisch zu hinterfragen. Das Angebot richtet sich dezidiert an Studierende sämtlicher Fachrichtungen, die keine Vorkenntnisse der Programmierung mitbringen. Ziel der Veranstaltung ist die gemeinsame Erstellung einer mobilen Plattform, auf der die im Seminar erarbeiteten Modell-Codes eingesehen und im Sinne des ›open source‹-Gedankens weiterentwickelt werden können. (Agnes Veranstaltungnr. 840026ü)

 

Teleskope: Instrumentelles Beobachten zwischen Handwerk, Kunst und Wissenschaft

Dr. Klaus Staubermann

SE             Blockveranstaltung, 27.11. - 01.12.2017             UdL 6, R. 1066E

Vor gut 400 Jahren betrat das Teleskop die Weltbühne. Was sind Teleskope und wer hat sie erfunden? Wie und was können wir mit ihnen sehen? Sehen wir alle das Gleiche und kann man Sehen lernen? Welche Rolle spielten Teleskope im 17. Jahrhundert und welche Rolle spielen sie heute? Brauchen Teleskope Licht und was sind Weltraumteleskope? Dies sind nur einige der Fragen, die dieses Seminar versucht zu beantworten.

Mit einem vielseitigen Programm von Aktivitäten, Veranstaltungen und Exkursionen nähert sich dieses Seminar dem spannenden Thema des »instrumentellen Weitsehens«. Wir versuchen die wechselnde Wahrnehmung des Himmels zu verstehen, die historische Entwicklung des Beobachtens mit dem Fernrohr, besuchen und schauen durch Riesenfernrohre und konstruieren ein Selbstbau-Teleskop.

Wir widmen uns dem Verhältnis von Handwerk, Kunst und Wissenschaft aber auch ungewöhnlichen Verbindungen wie zum Beispiel der Suche nach Außerirdischen. Wir diskutieren aktuelle Entwicklungen wie Big Science und Citizen Science und versuchen den Einfuss von Lichtverschmutzung zu verstehen. Exkursionen zu Sternwarten und bei gutem Wetter Beobachten am Fernrohr ergänzen das himmlische Programm. (Agnes Veranstaltungnr. 840032ü)

 

Fiktionale Evidenz? Zur epistemischen Funktion von Fiktionen in der Biologie am Beispiel der Morphologie

– Prof. Dr. John Nyakatura und Kathrin M. Amelung

SE            Blockveranstaltung Anfang Januar     Campus Nord, Philipps.12/ 13, Haus 2, EG Raum 106

Wissenschaftliche Evidenz und Fiktionen scheinen auf den ersten Blick zwei völlig getrennten Bereichen anzugehören: Wissenschaftliches Wissen wird meist mit Fakten, Fiktion mit gestalterischer Kreativität gleichgesetzt. Daher schließen sich – auf den ersten Blick – beide Bereiche wechselseitig aus.

Das Fiktionen nicht nur historisch eine eigene Rolle in der Epistemologie der Naturwissenschaften gespielt haben, sondern auch ein integraler Bestandteil aktueller wissenschaftlicher Forschungen sind, denen gerade im Zeitalter bildgebender Verfahren und Bildbearbeitungsprogramme eine ganz eigene Relevanz zukommt, möchten wir in diesem Seminar herausstellen.

Die Veranstaltung ist interdisziplinär angelegt und wird durch die Dozenten John A. Nyakatura (Biologie / Bildwissenschaft) und Kathrin M. Amelung (Kultur- und Medienwissenschaft) vertreten. Im Zentrum des Seminars stehen sowohl theoretische als auch praktische Auseinandersetzungen mit dem Thema.
Es wird vorausgesetzt, dass sich die SeminarteilnehmerInnen mit den Texten des Seminars, die in einem Reader zusammengefasst werden, vor Beginn des Blockseminars eingehend auseinandergesetzt haben. Des Weiteren wird erwartet, dass die TeilnehmerInnen mit einem Referat zum Gelingen des Seminars beitragen.
Auf Grund räumlicher und inhaltlich-praktischer Gegebenheiten ist die Teilnehmerzahl auf 15 Personen begrenzt.

(Agnes Veranstaltungnr. 533639)

- diese Veranstaltung entfällt im Wintersemester 2017/2018 -

 

Workshop

 

Formatmodelle. Normierung, Regulierung und Standardisierung

Prof. Dr. Andreas Wolfsteiner

SE            Block, 31.1.18: 16-18 Uhr; 10.2. & 11.2.18: 11-17 Uhr       Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0203

Im Rahmen des seminarübergreifenden Workshops kommen Expert*innen aus unterschiedlichen Kulturen, Künsten, Medienbereichen und Wissenschaften zusammen, um mit Studierenden des Studienprogramms »Vielfalt der Wissensformen« über die Modellfunktion von Formaten, Normierungen, Regulierungen und Standardisierungen zu streiten. Das Spektrum reicht in diesem Zusammenhang von Aufführungsformaten des Theaters bis hin zur DIN-Norm; von der Standardisierung vielfältiger Kryptowährungen bis hin zur handwerklichen Zurichtung von Zylinderschlössern; von technologischen Bauteilgrößen über Betriebstemperaturen in Experimentalsystemen bis hin zu Publikationsformaten in außereuropäischen Wissenskulturen. Ziel dieses diskursiven Formates ist es, jenes transkulturelle und fächerübergreifende  framework von Formatierungen näher zu bestimmten, das aufgrund seines alltäglichen Modellnutzens in der Regel aus dem Blick gerät. Der Workshop soll in Abstimmung mit dem Programm »Immersion« des Hauses der Berliner Festspiele stattfinden. (Agnes Veranstaltungnr. 840027ü)